Das Rentenproblem

Bild von Alf Glocker
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Das Rentenproblem liegt in der Überalterung begründet! Wir sterben einfach nicht rechtzeitig genug, um den Wegfall der Arbeitsplätze auszugleichen. Dadurch entsteht eine verkehrt herum stehende Alterspyramide, in der man sich einbalsamieren lassen sollte! Um dem entgegenzuwirken, werden junge Leute von ganz anderswo herbeigeholt, damit der Überhang an Arbeitsunwilligen diametral zum sinkenden Angebot an Arbeitsplätzen ansteigt. Das schafft Hoffnung ...

Wer allerdings sein ganzes Leben lang fleißig war und sich entweder ein großes Vermögen ergaunern konnte, oder eines vererbt bekommen hat, der stirbt meistens viel zu früh, da er seine Privatversorgung gar nicht wirklich aufbrauchen kann. Das nennt man „soziale Gerechtigkeit“, die einzig und allein auf der Logik begründet ist: daß der untere Teil der Pyramide, ihr Fundament sozusagen, breit und primitiv sein muss, während sich in der Spitze die Spitzen verbergen.

So ist es geplant und ein Plan B existiert eben nicht. Da aber die Automatisierung weiter fortschreitet und Erwerbsmöglichkeiten für einfache Leute nicht einfach aus dem Nichts entstehen, brauchen wir praktisch immer weniger Arbeitsplätze für immer mehr Menschen, die immer früher sterben sollten, damit das Gesamtbild der „sozialen Marktwirtschaft“ wenigstens nach außen hin erhalten bleibt. Und dafür müssen wir uns einsetzen!

Der Umbau der Gesellschaft in allen zivilisierten Ländern hat begonnen! Wer dem im Weg steht, der hat nichts begriffen – der kennt die „Zahlen“ nicht! Bei so und so viel Bevölkerungsschwund kann die Regierung keine Renten mehr ausschütten, weil die nicht sterben wollende Bevölkerung zu alt für wegrationalisierte Arbeitsplätze ist, deren Wegfall durch den Zuzug junger Leute ausgeglichen werden muss. Irgendwer muss ja für die Renten noch aufkommen ...

Aber Betriebe, denen es erfolgreich gelungen ist, Arbeitsplätze wegzurationalisieren, und die diesen Umstand dadurch kompensiert haben, daß für die Entlassenen nichts mehr bezahlt werden muss, haben etwas für den Fortschritt getan. Daß der wichtiger ist als die Menschen, deren Weiterlebensrecht leider durch die Medizin gewährleistet ist, darf nicht diskutiert werden. Denn auch die Medizin ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Man kann nicht einfach hergehen und die unterversorgten Menschen gnädig ableben zu lassen, weil sonst die Pharmaindustrie in Gefahr gerät! Dummerweise bringt ja der Export in arme Länder derzeit immer weniger Gewinn, weil die dort lebenden Individuen schon allein deshalb nichts mehr dafür bezahlen können, weil sie sich gerade auf dem Weg in die zivilisierten Staaten befinden, wo momentan Arbeitsplätze wegrationalisiert werden.

Dadurch kommt zwar die sogenannte verkehrt stehende Alterspyramide wieder in eine sogenannte natürliche Balance, aber die Milliardäre, die sich nicht am Rentenaufkommen beteiligen möchten, werden deshalb nicht weniger. Ihr Recht auf ein langes Leben reicht einfach nicht aus, um die Ausbeutung von dienstbaren Geistern bis auf einen vertretbaren Nullpunkt schrumpfen zu lassen, an dem überhaupt niemand mehr arbeitet und darum auch völlig überflüssig geworden ist.

Das ist aber nicht schizophren, sondern wird, im Sinne der Menschenrechtskonventionen, als irrelevant angesehen. Relevant ist lediglich der totale Umbau der Welt in einen wohlhabenden, klugen, und einen „leidenschaftlichen“ armen Teil, der nichts weiter braucht als einen fanatischen Glauben an irgend etwas, das ihm über seine Hilflosigkeit hinweghilft. Natürlich könnte man sich jetzt fragen, wie hoch in Zukunft die Mauern der Reichenghettos sein müssen, um dem Ansturm der Hirnlosen standzuhalten ... aber das tut man ja nicht!

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Man nehme (die Schizophrenie)

Rente hin, Alter her –
hau bloß ab, dich trägt's nicht mehr!
Du wirst gestrichen von der Liste,
aussortiert für ene miste
und vielleicht auch noch für mene,
doch das ist ja grad das Schöne!

Späte Armut gibt es nicht!
Die kommt nirgends vor, ganz schlicht
kann sie bei uns niemals sein,
denn wir wahren stets den Schein!
Und wir machen uns auch Sorgen
um ein besseres Übermorgen ...

Denn da geht’s uns wirklich gut.
Frisch auf, hopp, hopp, mit allem Mut.
Jeder, der noch unverdorben,
denkt sich fort, denn ausgestorben
haben wir nicht mehr Probleme –
für die andern gilt: „Man nehme!“.

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Kommentare

02. Apr 2017

Das Prinzip der sogenannten Solidargemeinschaft gehört längst auf den Prüfstand!
Es müsste dringendst umgebaut werden!

Ein interessanter Text, lieber Alf!

Liebe Grüße Lisi