Die Seele des Staates 74

von Alf Glocker
Mitglied

(Der alte Schamane, 3. Delirium)

Schade, daß sogenannte Ethikräte nicht, nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten sind! Warum delierie ich einen solchen Schwachsinn zusammen? Nun, ich habe mich gerade gefragt, wo sie denn herkommen, die Figuren solcher „Ethikräte“. Na, woher schon?! Aus Interessensgemeinschaften natürlich! Es ist wohl kaum einer dabei, der sich, rein und ausschließlich um die Menschenwürde, als einzelstehendes Konstrukt Gedanken gemacht hat.

Alle haben aus verschiedenen Blickwinkeln, so ihre verwinkelten Überlegungen angestellt, wie man es am besten anstellt, daß die Interessensgemeinschaft nicht zu kurz kommt. Dem Menschen an sich haben sie keine Aufmerksamkeit geschenkt, da, aus ihrer, eigentlich ganz speziell gefärbten Sicht, der Mensch ohnehin nur ein Mitglied ihrer Interessensgemeinschaft sein kann. Das ist doch logisch! Oder nicht?

Die Aufgabe eines Ethikratsmitglieds ist es also, kann es also nur sein, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Was das mit der Menschenwürde als eigenständigem Konstrukt zu hat, mag der Teufel vielleicht wissen – ich weiß es jedenfalls nicht! (Und ich vermute mal, da tut sich sogar der Teufel schwer.) Was es dem durchschnittlichen Bürger helfen soll, wenn er, im Vorhinein seines eigenen Denkens und Fühlens, ganz automatisch, irgendwelchen Interessensgruppen und deren Ansprüchen zugeordnet werden soll, ist und bleibt mir schleierhaft.

Viele finden das nun jedenfalls wiederum ausgesprochen verwerflich, wenn man sich, in Abkehr vom Mainstream, als Seele, nur um das Heil der Seelen bemüht, welches sich, ganz natürlich, niemals im Befolgen logisch nicht nachvollziehbarer Rituale befindet, befinden kann. Verwerflich, weil viele sich vielleicht, im Dabeisein, innerhalb einer Mitwirkung geistig eher düster anmutender Lehren, geborgen fühlen. Das verzeihe ich ihnen großzügig. Daß sie mir, im Gegenzug, nun absolut nicht verzeihen mögen, entlarvt sie, meiner bescheidenen Ansicht nach als Brauner Sumpf! Das ist aber, in diesem Zusammenhang kein Schimpfwort, sondern nur eine Berufsbezeichnung.

Darf die Seele seelenvoll sein? darf sie empfinden, was sie empfindet, oder muss sie sich, bevor sie empfindet was Seelen empfinden, erst fragen ob dies auch korrekt empfindbar ist? Auf Mörder mag diese Fragestellung ja durchaus anwendbar sein, bei Seelen, die nichts weiter als ursprünglich seelisch sein wollen, finde ich das fehl am Platz! Und deshalb bitte ich auch nicht um Verzeihung, wenn ich behaupte, daß Ethikratsmitglied erst einmal eine Prüfung im neutralen Denken ablegen müssten, bevor sie sich erfrechen Richtlinien festlegen zu wollen!

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