Wir betrachten durch geeichte Linsen

von Alf Glocker
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Über den Dollominiten schwebt ein B-dler, er ist der König der Alpträume. Wütend stößt er herab, denn er ist gar nicht wütend, sondern er hat natürlich nur Hunger und das macht ja nichts aus. Am Boden schlägt er einen Blaubären, der gerade über die Entstehung der Unarten fabuliert, dann macht er sich ein Bündel aus dem Fell des Bären, bindet es sich und uns auf und fliegt nach Hause in seinen Horst, oder Frank Walter, oder Heiko, oder Depp, oder Donner und Andrea Doria!

In der Dom-Au weiden die Welse Flussenten ab, bevor sie aufmerksam die Zeitungen überlesen und sagen: „Wir betrachten den Mond im Norden, wie er Haken und Kreuze schlägt." Dann werden die Kaviare geerntet! Überall lieben die Boote von Fischers Fritze vor und hinter dem Anker, auf der Lauer, auf der Mauer, auf dem Grünen Zweig – schweig! Kleine Widerreden sammeln sich auf den Straßen, in den sozialen Netzwerken, wo man sie ebenfalls nicht zur Kenntnis nimmt …

Denn die Zeit ist schal, ihr abgeschmacktes hors d’euvre verunsichert die Zitterale in den Unzuchtanstalten, wo sie, zusammen mit den Bast-Ohren und den Schöfen, bi, die Schlittaneien hinunter und wieder hinauf gebetet haben, damit ein gewisser Herr Alzheimer nicht in das Unrecht verfällt, keine Kenntnis von irgendwas gehabt zu haben. Dann schwellen überall die Kämme zu Kamm-Tsunamis und wackeln, gut durchblutet, durch die Gazetten, Schmonzetten und in den Serviettenknödeln.

Liebliche Zerstörungslieder wedeln krächzende Töne von schmalen Türmen herab und faulige Texte sickern in unedle Gehirne ein, die oft nicht größer als eine Wahlnuss sind, die direkt an der Urne platzt, um verbrannt zu werden. Die Gedankenkrematorien haben Hochbetrieb! Mensch für Mensch strömt herbei, zerfließt im Mitleid, wie Eis am Südpol, wo es gerade unerträglich heiß ist – so heiß, das sich sogar eine wahrheitsgetreue Berichterstattung nicht in der Öffentlichkeit am Leben erhalten kann, obwohl sie es müsste.

Im Sennegall, auf der Hochalm, sind die Elefanten ganz klein. Sie passen durch die Löcher eines Schweizer Käses, stinken aber leider nicht so durchdringend nach Zweckalien, wie die Rede eines Abgeordneten im Regimeparlament. Niemand hört zu – alle sind ganz versessen auf die neuesten Nachrichten von Voltaire aus der Vergangenheit, der vor kurzem Kontakt mit der ewigen Gegenwart logischer Impulse, durch einen Seher aufgenommen hat, der sich auch traut, schwarz- auf weiß Gedrucktes ohne rosa Klobrille zu betrachten.

Nachdem Baron Münchhausen, ohne Kanonenkugel, vorbeigeflogen ist, werden alle Informationen getürkt! Was das ist, ahnt nurmehr der liebe Gott, der sich wieder einmal vorgenommen hat, ausnahmlos weise zu sein. „Macht euch doch nichts vor“ brabbelt ein Papagei, ohne seine Worte besser zu verstehen als ein Uniperversitätsantifressor, „alle Mörder sind Menschen!“ Bei Tieren nennt man das ganz anders, warum nun wieder alle Mörder auch unschuldig sind, denn Menschen denken über die Regel, daß Mörder Menschen sind, anders.

Sämtliche Interpretationen sind demnach interpretaionsbedürftig, nicht einmal intepretationsfähig, sondern jeglicher Überprüfung, auf ihren Weingehalt in der Wahrheit, unwürdig, um nicht zu sagen „teilnahmslos“. An den Küsten lachen sich die Korallen einen Ast, sind aber längst ausgestorben. Und wenn die Moral den Langfinger hebt, dann kuschen nicht nur die Ganoven, sondern selbstverständlich, zu allererst, die reinen Herzens im Morast sind, gerne sein möchten, wenigstens behaupten reinen Herzens zu sein, oder nicht wissen was das bedeutet.

Quallen und Tintenfische sind wirbellos, im Gegensatz zu Taifunen und Hurrikans, die sich aber mehr über Wasser herumtreiben und alles mit sich reißen, was Nieten für nagelfest hielten. Dafür können sie nicht schreiben. Quallen sind ohnehin hirnlos und meistens giftig und Oktopusse haben Tinte, aber einfach zu viele Fangarme, um sich zwischen ihnen und für einen Stift oder eine Tastatur entscheiden zu können. Sie verlieben sich lieber ins Staubaufwirbeln, damit man nicht sehen kann wo sie überall mitmischen, denn auf die richtige Mischung kommt es an.

Die glaubt man jetzt gefunden zu haben, in den zerstörten Kreisen der Gähn-Ethiker, die zwischen dem Gebiss eines Neandertalers und den Hirnwindungen von Descartes keine Unterschiede mehr ausmachen wollen, sollen, dürfen, oder eben keinen Schimmer haben – und einen blassen sowieso nicht, denn blass steht nicht gut. Das wissen sogar die Felsen in der Brandmarkung, die auf einmal alle wie Gummi geworden sind. Es sieht fast so aus, als hätte man sie künstlich aufgeweicht, damit endlich das Schwarze Meer kommt und ungehindert in den Himmel fließt.

Die Lösungszahl für alle Aufgaben lautet, heißt, istgleich: 0 (Null!)

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Kommentare

06. Aug 2018

Den letzten Schliff kriegen die Linsen!
(Dann gehn sie besser in die Binsen ...)

LG Axel

06. Aug 2018

In den Binsen ist es schön,
da kann man glücklich untergeh'n

LG Alf