Der Rassismus ist überall!

von Qayid Aljaysh Juyub
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Tief verwurzelt innerhalb der bundesdeutschen Gesellschaft ist der Rassismus, weil wir uns das doch so sehr wünschen. So finden wir in allen Traditionen auch ohne große Phantasie, die uns ja in unserer Engstirnigkeit durchaus fehlt, immer größere Abgründe von Pseudo-Diskriminierungen. Na gut, die ganze ‚böser Weißen/guter Farbiger-Masche‘ lässt schon ordentlich die Kasse klingeln, obwohl das ja eine recht einfältige Philosophie ist.
Aber wollen wir uns zunächst auf die schlimmsten Auswüchse imaginärer Rassismen konzentrieren. So ist das verkleiden als Afrikaner mit und ohne Knochenkette, Rastafari oder Indianer im Winnetou-Kostüm nicht etwa Lachanfall fördernd, sondern so böse, weil wir das so beschlossen haben. Die stereotypisierende Darstellung von unserer Meinung nach benachteiligten ethnischen Gruppen ist immer rassistisch, es sei denn, es handelt sich dabei um Weiße oder jene, die keine Lobby haben. Jetzt könnten Sie auf die Idee kommen, wir seien selber ausgemachte Rassisten? Sie haben ja so recht, aber verraten Sie es niemandem!
Ein cooler Trick um jeden Schwachsinn auch durchzusetzen, ist immer ein Verweis auf unsere Interpretation der Geschichte. Die ist natürlich relativ simpel und besteht darin, komplexe oder unbequeme Sachverhalte -wie bspw. schwarze oder arabische Sklavenhändler- einfach auszublenden und voilá: Wieder haben wir eine neue Mär von Gut und Böse! So einfach geht das, Freunde! Da man dieser Masche so gut auf den Putz hauen und man wirklich überall irgendwelche Rassismen unterschieben kann, strömen uns in Scharen verhinderte Inquisitoren und andere Vollpfosten zu, die nun endlich ihre feuchten Träume als ‚Krieger des Lichts‘ ausleben können.
Sie glauben nicht, dass das mit dem Unterschieben so einfach geht? Weit gefehlt! So wird ernsthaft diskutiert, ob Schach nicht rassistisch ist, weil die weißen Spielfiguren immer zuerst ziehen. Unter normalen Umständen ist das eine Fragestellung, die sogar zu stupide ist, um sie in einer Satire zu würdigen. Selbst ein intelligenter Zehnjähriger würde über solch durchgeknallte Geisteswitze in einer halbwegs kritischen Gesellschaft vermutlich einfach nur lachen. Hier aber, wird ernsthaft diskutiert!
Das Beste an der ganzen Angelegenheit sind nicht etwa unsere wohlgefüllten Taschen, sondern dass man echten Rassismus und Diskriminierung damit ausgezeichnet tarnen kann. Eine simple Tatsache ist eigentlich, dass derjenige, der seine Mitmenschen aufgrund bspw. ihrer Hautpigmentierung diskriminiert, einfach nur ein Rassist ist. Das mag jetzt einige unserer ‚Kreuzzügler*innen‘ erstaunen: Ein Schwarzer, der einen Weißen nur aufgrund seiner Hautfarbe beurteilt ist genauso eine rassistische Anusöffnung, wie ein Weißer, der das mit einem Schwarzen macht. Solche Erkenntnisse sind natürlich nicht in unserem Interesse, da unser Geschäftsmodell eher auf die Verachtung des Menschen und nützlichen Idioten basiert.
Also, ihr braven Kleinbürger, bereut eure elenden Sünden, die wir uns für euch ausgedacht haben und beweist wahren Untertanengeist, indem ihr jeden irren Mist mitmacht, der uns so einfällt.

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Kommentare

07. Jul 2020

AUSROTTEN darf man Indianer schon!
(Halt nur UNMASKIERT - die Tradition ...)

LG Axel