Fischblut (Der surrealistisch gehobene Schwachsinn)

von Alf Glocker
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Nichts ist so barsch wie ein Wildbarsch, oder auch: Niemand ist so wild wie das Barschwild. Nicht Ju und nicht Jutta, nicht Moni und nicht Ka, ja, nicht einmal Susanne mit der vollen Kanne, erreicht, samt roter Haare, das Wahre. Das kann nur der Barsch! „Du gehst mir direkt am Barsch vorbei“, sagt deshalb auch stets der weise Politiker, der schwarze aber ganz genauso, da kann ich rot oder gelb sehen, alle sind gleich: Bewohner im Gleichreich!

Nirgendwer kann mir etwas widerlegen – ich akzeptiere nur Lustmatrazen! Und zwar auf der Heide, oder wo es euch gefällt und ich es bestimmt habe. Das ist bestimmt nicht ganz korrekt, aber toll! „Hier kann jeder machen, was ich will“ sagen die Einen, aber die Anderen meinen: „Machen ja, aber lassen kann nur ich allein einen bzw. so viele, wie es mir gefällt – belästigen darf ich aber auch jeden, sogar so barsch, wie es mir gefällt, oder so!“

Da stehen die Sinne quer, da liegen alle falsch, da hüpft Nichtjesus im Quadrat und der Modepapst aus Dingsda vergreift sich an seinem Dings da, wobei er selbstverständlich alle Regeln des guten Benehmens außer Acht, 9 und 10 lässt, weil Gott das so will. Und was Gott will, bestimmt immer noch der Wildbarsch, mitsamt allen weisen, schwarzen, gelben, und roten Politikern. Sogar die aus dem braunen Mittagsland kommen da nicht über kurz, sondern lang!

Quietschfidelcastro erobert die Unterwelt, zusammen mit einer heißen Rakete, auf einem Rettungsboot. Aber wo bitte ist Mary? Ist sie denn nicht die First Lady, als Last Chance, am Fluss ohne Wiederkehr? Einen tieferen Sinn hat alles auf der Welt – auch wenn es sich nur um ein paar Millimeter handelt. Doch sogar in der Tiefsee finden wir noch menschengemachten Müll, den irgendeiner barsch weggeworfen hat, um uns das Blöddaherreden zu lehren.

„Komm in die Kiste, Johanna (von Orlean oder Buxtehude), da findet etwas statt, von dem wir uns lebhafte Vorstellungen gemacht haben, die später meist sehr barsch interpretiert werden dürfen … müssen … sollen … oder man hat eine passende Überzeugung auf Lager, nach der auch Aale gesteinigt werden dürfen. Barsch hin oder her damit! Wir heißen euch heißes Hoffen, denn der Rest steht sperrangelweit offen … worauf wir einen festhalten dürfen.

„Ignorieren“, rufen die Engel aus der Hölle, höllisch heiße Engel, die gerne überall kommen, nur in der realen Welt nicht an, nicht mal ab, meistens zu. Ein All-Heil-Mittel ist es trotzdem. Zwar rufen sie nicht aus dem Wald, auch nicht Kuckuck, weil das nicht schicklich ist, aber ignorieren, so meinen sie, ist schon auch ein bisschen barsch – und weiß Gott, das ist der zu Ignorierende ja auch gewesen, als er, steif und fest, behauptete „Ihr habt sie doch nicht alle!“

Dabei haben alle Barsche alle Barsche lieb! Jeder, der es versteht auch nur ein winzig großes bisschen barsch zu sein, wird geliebt, auch wenn er sich selbst gar nicht dafür hält, sondern eher zackig etwas dagegen hat, daß es auch andere gibt, als solche, die Barsche höchstens gern entgrätet vor sich auf dem Teller liegen sehen, über dessen Rand ein Barsch bekanntlich nicht zu sehen vermag. Wozu denn auch? Immer schön auf dem Boden bleiben!

Es ist absolut unnütz, sich über das Barsche oder die Barschen Sorgen zu machen. Sie ignorieren doch immer alles – barsch oder nicht barsch …keine Frage! Nichtbarsche sind trotzdem ratlos! Das kann man leider nicht mal studieren. Es gibt kein Fach „Barschologie“, nach dessen höchstem Abschluss man sich Dr. Barsch nennen könnte – auch wenn es ganz danach aussieht, als trüge jeder 3. Ignorant diesen Titel. Man kann eben nicht alles haben, wonach es einen gelüstet.

Da ist mindestens so viel Toleranz gefordert wie bei allen anderen Idiotien und Manien auch. Nicht nur der barscheste Wildbarsch hat zu tolerieren, daß sein Barschsein Nichtbarschen am Allerwertesten so weit vorbeigeht wie ein Modepapst am Evangelium, oder Mariegelium bzw. Bubblegum, etlichen anderen Dogmen, wie auch dem kompletten Speckturm von Dackelismen, mit denen sich ein unbescholtener Bürger noch konfrontieren kann.

Durch die rosa Brille betrachtet sieht die Welt sowieso nicht so barsch aus, wie sie schließlich gefressen werden muss, sämtliche Haare in der Suppe mitgerechnet, die vorher allen Perücken der High-Society entnommen worden sind. Barsche betrachten die Misere mit toten Augen, meist selbst schon auf dem Teller liegend, den zu tolerierenden Doktoren sämtlicher Fackultäten präsentiert, deren einziges Lebensziel es ist, nichtssagend bleiben zu wollen. Fischblut!

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Kommentare

09. Dez 2019

Wo ist denn hier der Notausgang?
Pi mal Gott gebe ich als Code ein...
Beherzten Gruß - und winke, winke,
Monika

09. Dez 2019

Der Zacken-Barsch soll zackig sein -
Warf barsch und harsch die Krause ein ...

LG Axel

10. Dez 2019

Ein Barsch mit Zacken hat so seine Macken.
Sehr gerne gelesen. HG Olaf