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Wie zerstöre ich einen Staat? (eine verbotene Geschichte in 7 Stationen)

Bild von Alf Glocker
Bibliothek

1. Station

Obwohl ich weiß, daß das jeder weiß, weiß ich nichts, außer vielleicht dem, daß ich es noch einmal aufzählen könnte, damit man mich auch für alles, was jeder weiß, nachdem ich es ihm gesagt haben würde, wenn er es wissen wollte, verurteilen kann.

Ich sage aber bereits im Vorfeld, daß – wenigenstens meinerseits - keine große Weisheit dazu gehört, zu wissen was ich nun sage. Das gilt aber ausschließlich für mich, denn jeder andere denkt anders als ich denke, oder zu denken behaupte – obwohl das gar nicht stimmt, weil es so einfach ist.

Jeder ganz einfache Mensch, der nicht völlig durchgedreht ist, könnte es viel besser als ich wissen, aber das kommt ja sicher noch. Die einzelnen Punkte sind nämlich klar nachvollziehbar! Nur jemand, der gewissermaßen "einen dicken Zacken in der Krone hat" wird dem allen Ernstes widersprechen wollen ... außer, er ist derzeit mehr als nur klug!

Ja, wie sieht das denn nun aus, was muss ich tun wollen, wenn ich einen Staat, ja eine ganze Nation genüsslich zerstören möchte? Tue ich das aus reiner Triebbefriedigung? Warum nicht?! Es gibt weit niedrigere Beweggründe, wie eventuell eine mildtätige Rattengiftspende.

Trotzdem ist es, zugegeben, nicht ganz leicht, wenn ich nicht einfach eine wunderbare Atombombe auf das entsprechende Terri-Brimborium-Torium werfen kann, darf, will. Wie sähe dasss denn aus?! Man könnte ja gar nicht wirklich hinsehen – so sähe das aus!

Nein, heutzutage gibt es andere Methoden, die womöglich noch viel schlimmer erfolgversprechend sind und irgendein Depp das Gebiet nachher noch benützen kann. Ich beginne also vorsichtig, unauffällig, beinahe zaghaft – und zwar mit der Jugend. Ihr erzähle ich schlimme Dinge darüber was ihre Eltern getan und was sie unterlassen haben.

Du sollst Vater und Mutter auf keinem noch so unerdenklichen Grund heraus lieben, noch ehren, noch sonstwie als etwas ansehen, mit dem du, auch nur im Entferntesten etwas zu tun haben möchtest, obwohl du doch angehalten bist bei ihnen zu hausen, zu leben und dergleichen.

Die dazu passende pseudo-moralische Schrittformel könnte heißen:

1. Verzichte auf jeden Kontakt aus der Mittenwelt.
2. Träume dir einen Gegenstand der dich abschießt.
3. Verlass dich auf dein Schicksal und bete irgendwen an.
4. Glaube daran, daß du alles glaubst.
5. Meine stets die Wahrheit außerhalb deiner Seele gehört zu haben.
6. Verleugne dich nicht durch die eigene Lebenskraft.
7. Sei immer guter Dinge, auch wenn sie schlecht sind.

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Kommentare

22. Jun 2016

Vieles läuft nicht eben fein -
Darum muss Kritik wohl sein!

LG Axel