Die Sparwitz-Analyse

von Alf Glocker
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Sparwitz: „Treffen sich der liebe Gott und der gute Mensch auf einer Menschenfresser-Party …“ Nein, so geht’s nicht! Wie es geht, weiß aber keiner genau, denn es gibt so viele Wahrheiten, wie es auch Lügen gibt – und eine davon lautet folgendermaßen: „Du siehst aber gut aus heute …“ Nun ja, wie man‘s nimmt. Es kommt schließlich immer drauf an, wer‘s sagt und wie‘s gemeint ist.

Also, am besten, man sagt erst gar nichts und hat auch keine Meinung. Andernfalls kommt man mit einer der unzähligen Wahrheiten in Konflikt, von denen man bloß nicht wissen darf, daß es Lügen sind. Das ist einfach so … und wenn man es doppelt nimmt, wird’s auch nicht viel besser. Der kluge Mann, nein, die kluge Frau, nein, das kluge Dingsbums befasst sich lieber – womit?

Mit „Wahrheiten“? Mit „Lügen“? Oder damit, auf allen vieren durch die Landschaft zu kriechen, um nachzusehen, ob da irgendeine Öffnung gut einsehbar, respektive begeh- nein, bekriechbar ist. Das ist DIE Wahrheit … nein, nein, ich will keinen Geheimdienst auf der Fersen haben. Ich dichte lieber! Wahrheit hat ja auch sehr viel mit Dichtung zu tun, wenn sie gut ist … äh – die Dichtung!

Die Wahrheit ist selten gut, denn sie ist meistens intolerant, weshalb sie sofort ad absurdumm geführt werden muss … und zwar an der Nase herum. Warum sollte man also sein, was man ist? Woher sollte man wissen, worum es sich bei einem selbst handelt? Dafür haben wir doch Fachleute – und vor allem den Anstand! Und der Anstand besagt nun einmal, daß wir alle was weiß ich sind … und wenn ich es wüsste würde ich es nicht sagen!

Gut, ich sehe vielleicht aus wie etwas ganz Bestimmtes, aber da könnte ja jeder kommen … Und wenn ich mich zu etwas bekenne, dann heißt das noch lange nichts. Es kommt letztendlich darauf an, welche Wahrheit ich bevorzuge … und wenn das eine Lüge ist, dann ist das ganz allein MEINE Sache, denn es kommt grundsätzlich auf den Einzelnen an! Auf den einzelnen Was?

Das, liebe Freunde, oder was ihr sonst seid, ist nicht ausschlaggebend! Denn wäre es das, dann würde es auch auf irgendwas ankommen – kommt es aber nicht … außer es handelt sich um eine wahre Lüge, der keiner widersprechen darf, weil es sich um eine weltweite Quatsch-Überzeugung handelt, die von einer in der Überzahl befindlichen Minderheit nicht vertreten, sondern nur praktiziert wird. Was man davon halten soll ist nicht, was man davon halten darf!

Nehmen wir doch nur mal die Liebe: Sie ist möglich! „Ich liebe meinen Wohnzimmerschrank!“ Wie bitte – was habe ich grade gesagt?? Ich meinte natürlich: „Ich habe ein Schaf im Bett …“ Warum eigentlich nicht? Manche sagen vergnügt: „Ich stamme von Vater und Mutter ab und wenn ich weiter zurückgehe, dann stoße ich auf einen Stammbaum!“ Nun ja, es gibt viele Verrückte …

Bäume zu haben ist out! Wir züchten lieber Plantagen, da wissen wir, daß es vielen Familien gut geht – obwohl das auch schon wieder ein falscher Begriff ist. Die Familie ist keine Fam-ilie mehr, nicht von la Fam, die Frau (aus der eine Familie entsteht), sondern von gar nichts hergeleitet. Man könnte also genauso gut „Mannilie“ sagen. Darauf kommt es nicht an, sondern auf die Kinder. Auf Kinder, die wiederum aber auch durchaus Schimpansen sein könnten … also Primaten auf alle Fälle. Die kann Mann und Mann aportieren(?), adaptieren(?) … oder so …

Neuerdings sind ja auch Mischwesen aus Mensch und Tier erlaubt (- erwünscht?). Wir müssen an die Zukunft „denken“. Wobei wir allerdings schon wieder mit dem Gesetz in Konflikt kommen können, wenn wir dies unbedingt auf logische Art und Weise tun möchten. Wir erinnern uns: „Es gibt ebenso viele Wahrheiten wie es Lügen gibt." Und die sind nicht ohne weiteres von jedem so leicht voneinander zu unterscheiden!

Nicht wenige würden Mischwesen aus Mensch und Roboter bevorzugen. Die wären auf alle Fälle pflegeleicht und perfekt einsetzbar. „Frauen“ und „Männer“ wären dann total überflüssig, denn sie hätten ja weiterhin – außer man entrechtet sie rechtzeitig – Ansprüche! Ansprüche aber sind viel zu weit in einer Richtung von der Mitte entfernt, die man nicht erwähnen darf, und dürfen somit keineswegs unter die Statuten des Menschenrechts fallen. Wer sich gegen das Nicht-Haben-Dürfen von Ansprüchen wehrt ist nicht tragbar. Er lügt!

Das kann jeder, der Mischwesen bevorzugt, ausgezeichnet beurteilen. Dabei muss man natürlich zu allererst berücksichtigen, daß es nicht darauf ankommt, ob eine der vielen, seltsamen Wahrheiten ein Lüge IST, sondern darauf, ob jemand an diese Lüge GLAUBT! Wenn wir das nicht tun, gelten wir als menschenverachtend und intolerant … demnach schweigen wir lieber, meinungs- und gedankenlos? Ja, was denn sonst?!

Müssten wir nicht, bevor wir uns mit Lügen und Wahrheiten, oder gar mit so etwas kompliziertem wie der Liebe beschäftigen, verstehen, wie man echte oder veralbernde (und dies ist sehr nobel ausgedrückt) Zusammenhänge herstellt? Dafür müsste man sich auf sehr dünnes Eis begeben – und zwar als riesengroßer Esel! Wir müssten also in der Lage sein, Sparwitze problemlos analysieren zu können … Aber Vorsicht, man kann leicht missverstanden werden: „Treffen sich der liebe Gott und der gute Mensch auf einer Menschenfresser-Party …“ Haha!

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Kommentare

10. Aug 2019

Dein Text, er sparte nicht mit Witz -
Sein Leser dachte sich: Potzblitz!

LG Axel

10. Aug 2019

Ich sehe aber wirklich gut aus heute,
und werde mich doch nicht etwa selber belügen? Nein, hab noch nicht in den Spiegel gesehen.
LG Uh