1001 Nacht des Wissens (Eine Betrachtung)

von Alf Glocker
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Was weiß ein Mensch? Ein Mensch kann Geschichten erzählen! Zum Beispiel die Geschichte der Relativität, oder die Geschichte der Schwerkraft. Wie viel kann man in einer Woche zunehmen, abnehmen, hochheben? Wohin fällt ein Apfel, wenn er ausnahmsweise einmal nicht auf Isaac Newtons Kopf fällt? Nicht weit vom Stamm? Jawohl – oder auch: Er fällt in die unbekannten Weiten des Universums – dorthin, wo noch nie ein Mensch gewesen ist … ins allumfassende Nichts. Dort ist er gut aufgehoben! Von dort kommt er, dahin geht er …

Immer am Ende allen Wissens stehend, glaubt der Mensch, den Stein der Weisen unentwegt in den Händen zu halten, wenn er „studiert“. Dann hat er sich einen Überlegenheitsgrad erworben: Doktor, Magister usw. Er avanciert zu einer Exzellenz, Eminenz, vor allem „Kompetenz“. Dann weiß er ganz genau, was „Sache“ ist. Damit kann er viel anfangen. Denn auf dem Weg zum Wissen ist er auch vielen Argumenten begegnet, die das stützen, was er zu wissen glaubt. Er kennt alle Tricks und Kniffe, sich durchzusetzen. Wer nicht weiß was er weiß, wird ihm kaum widersprechen können, denn Kopfwerk hat goldenen Boden.

Daraus resultiert die Macht des Wissens. Wissen vermag einfach alles! Wissen kann sogar die Vernunft unterdrücken, denn diese resultiert nicht aus dem „Wissen“ im herkömmlichen bzw. allgemeinverständlichen Sinn, sondern aus dem Verstehen. Verstehen wiederum ist von dem, was wir für „Wissen“ halten, nicht absolut, aber weitgehend unabhängig. Was hat man vor Augen? Was lässt sich beobachten – betrachten? Fragen wir am besten Galileo Galilei – nein, besser nicht. Er wusste nichts und er hat nichts gesehen! Andere wussten es viel besser, was er nicht gesehen haben konnte. Also fragen wir so manchen anderen auch nicht.

Fragen wir uns selbst? Nein, vorerst einmal gar nicht! Wir dürfen uns erst dann selbst fragen, wenn wir etwas „wissen“. Besuchen wir Kurse, lassen wir uns bilden, aus, versteht sich. Dann können wir reden? Nein, dann können wir mitreden! Zum Mitreden befugt sind nur Leute, die etwas wissen. Galileo Galilei war nicht befugt, weil er nichts wusste! Viele wussten nichts – sie haben einfach nur betrachtet, Betrachtetes registriert und gedacht … aber nicht nach, sondern vor. Das bedeutet: Sie wussten es nicht, sie haben es nur vermutet, was sich da ihrem unruhigen, Systeme zerstörenden Geist entrang. Hätten sie doch das Maul gehalten! Dann ginge es uns heute noch so gut wie ehedem …

„Wissen“ ist niemals etwas Mitgebrachtes! Es muss erworben werden … von jemandem, der es zu einem günstigen Preis verkauft. Und: „Wissen“ bezieht sich entweder auf ein „Sachgebiet“, oder auf etwas, das, innerhalb eines Sachgebiets, für den Brot- und Kaviarerwerb nützlich ist. „Wissen“ ist keine innere Gewissheit, mit deren Hilfe man sich, unter Zuhilfenahme des Zweifels, Wahrheiten erarbeiten kann. Wäre es so, dann hätte das ganze, das gegenwärtige Wissen immer nur einen begrenzten Wert und könnte nicht als Hebel zum Machtmissbrauch verwendet werden. Aber wer wollte es dann haben?

Selbstverständlich stehen wir immer gerade dort, wo man alles weiß! Wer viel gelernt hat, der weiß viel? Stimmt! Aber er sollte sich nichts darauf einbilden, denn eines kann keiner wissen: was morgen geschieht! Nur der aufmerksame Betrachter kann die Krümmung des Lichts im Raum vorhersehen, kann sagen: „Vorsicht, habt ihr schon einmal bedacht, was passiert, wenn euer Wissen gefährliche Blüten treibt?“ Wann tut es das denn? Immer, wenn Doktrinen und Dogmen hemmungslos auf eine Entwicklung angewandt werden, die anders ist.

Innerhalb bewährter Strukturen ist das erworbene und bewährte Wissen von Vorteil. Es kann aber zum Nachteil werden, wenn es nur noch von Leuten benützt wird, deren Fähigkeit weiter zu denken arg eingeschränkt ist. Dann bedienen sich plötzlich Kreaturen der Mittel, die sie nicht begreifen können … sie wissen bloß, wie man sie – zum eigenen Vorteil – gewinnbringend anwendet. Ein Mensch würde solche Vorgänge „Missbrauch“, oder „Anmaßung“ nennen, ein Politiker „Die pragmatische Nutzung, im Sinne des Bruttosozialprodukts“. Politikern scheint es egal zu sein, wer die Zukunft eines Staates bestimmt, solange die Kasse …

Klingelt da was?? Wir erzählen uns tausend und eine Geschichte über die Welt. Vergangenheit und Zukunft sind für uns frei interpretierbar und die besten Karten haben dabei die Labertaschen, die bereits soundso viele Referate über etwas gehalten haben, von dem einst ein anderer etwas verstand. Das nennt man „Verstand“ und „Vernunft“ wird genannt, wenn man mit seinem „Wissen“ immer innerhalb des anerkannten „Wissens“ bleibt und nicht etwa ein Wissen zurate zieht, das aus den unendlichen Weiten des Weltraumes, direkt in Newtons Apfel kam, um ihm zu zeigen, wie weit er vom Baum fiel (der Apfel, nicht Newton, denn der wurde enorm aus der vorgezeichneten Bahn geschleudert).

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Kommentare

11. Mär 2018

Nie sollst du dich befragen!
(Das könnte hohe Wellen schlagen ...)
[Die Krause nennt mich nur "Kanister" -
Sie zieht gern stur alle Register ...]

LG Axel

11. Mär 2018

Die Krause ist halt sehr pragmatisch -
um nicht zu sagen, schon "soldatisch".
Sie hat `ne eigne Disziplin -
da ist dann nicht viel für Dich drin...

LG Alf