ein Tag im Weihnachtspostamt

von Brigitte-Hanna-Dorit Lebelt
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Es war Freitag, ein Tag wie alle anderen, aber es hatte
wieder einmal geschneit. Es lag in allen Ecken, Straßen, Gassen und auf allen
Dächern eine riesengroße Schneepracht. Für viele Menschen eine Last und aber
für die Kinder und die Rentiere des Weihnachtsmannes etwas wunderschönes. Die
Hoffnung auf weiße Weihnacht macht die Arbeit auf dem Postamt viel viel
schöner.

Auf diesem Postamt, weit ab von der Stadt, gehen eine Menge
von Wunschzetteln ein und die Mitarbeiter haben eine Menge zu tun, sie kommen
gar nicht nach mit dem sortieren. Da müssen die Postleitzahlen sortiert werden,
der Weihnachtsmann wünscht nun auch noch, dass wir die Wunschzettel nach
Mädchen und Jungen sortieren, das würde ihm leichter fallen, dann die Geschenke
auszusuchen. Ihr müsst nämlich wissen, dass es verschiedene Geschenkelager
gibt, wo das ganze Jahr über die verschiedensten Dinge eingelagert werden.

Also geht es nun los, ein Zettel hier hin und ein Zettel
dort hin, mein Gott das nimmt gar kein Ende. Hier habe ich einen Wunschzettel
von der kleinen Marie, die wünscht sich sehnlichst ein Barby-Puppenhaus. Ich
weiß, dass es in irgend einer Ecke des Lagers steht, aber wie komme ich denn
nun da hin? Es liegt 2 km weit vom Postamt entfernt. Also nehme ich den
Schlitten und mein Rentier Paul-Friedolin und sammle alle Wunschzettel der
Mädchen ein und fahre los.

Riesengroße Säcke liegen im Schlitten, damit ich alles da
hinein packen kann. Ich habe mir noch ein Brötchen eingesteckt, damit ich nicht
hungern muss, während ich alles zusammensuche. Auf der Strecke sehe ich am
Straßenrand noch ein einsames Blümchen inmitten des vielen Schnees.
Ich nehme es behutsam an mich und stecke es unter meinen dicken Mantel. Ich
stelle es im Lager ganz schnell ins Wasser.

So, nun bin ich angekommen und suche nun meinen riesen
Schlüssel zum Lagertor, da kommt Egon der Hausmeister mir schon ganz aufgeregt
entgegen und ruft, Weihnachtsmann es ist eingebrochen und alles durcheinander
geworfen worden, was sollen wir nur machen? Ich sage zu ihm, bleib ganz ruhig,
ich rufe jetzt ganz schnell die Hilfsmannschaft an und da kommen dann die
Helfer Waldschrat und das Äffchen und helfen alles wieder an
Ort und Stelle zu legen. Gesagt....getan......es ging alles sehr schnell und
alles hatte wieder seinen alten Platz und ich kann mit meinen Engeln die Wunschzettel bearbeiten.
Ihr glaubt gar nicht, was es für seltsame Wünsche gibt.....
z. B. wünschen sich zwei Mädchen einen neuen Hund, wo soll ich den denn bei diesem Wetter herbekommen?
Nun ja jetzt bin ich bei den letzten beiden Wunschzetteln für die Mädchen angekommen,
gottseidank, das war sehr anstrengend und der Schlitten ist schon ganz voll.
Nun geht es wieder zurück ins Postamt, aber nicht bevor ich mein Rentier
gefüttert habe.

Im Postamt angekommen, erwarten mich schon meine kleinen
Helferlein und der Mario, sie wollen nun endlich auch die Wunschzettel der
Jungen bearbeiten, aber ich will jetzt eigentlich nicht mehr. Ich möchte erst
einmal nur eine Runde schlafen, so wie der Ruprecht, der auch immer unlustig und
müde ist. Ein riesen Topf Glühwein steht auf dem Herd und wartet darauf
getrunken zu werden. Also denn man los und dann nichts wie eine Runde auf die
warme Ofenbank.

Ausgeschlafen und richtig aufgewärmt und gestärkt geht es
daran, die Wunschzettel der Jungen zu bearbeiten, Also warm angezogen den
Schlitten herausgeholt und das Rentier angespannt und ab ins Lager. Diesmal war
alles in Ordnung, alles fein säuberlich sortiert, ich glaube dass das die Räucheroma war.....
Meine Engel helfen mir wieder, bei einem Wunsch musste ich so lachen, da wünsche sich
einer, ich glaube das war Henry, dass Bayern die Schalker besiegen soll, damit
Bayern weiter kommt. Mir tat der Bauch weh vom Lachen......Ne ne ne, der
bekommt doch die Boxer-Shorts von Bayern München...... oh je, jetzt habe ich ja
was verraten, aber Ihr sagt doch sicherlich nichts, oder?

Mir tut nun wahnsinnig der Rücken weh und meine Augen tränen
vom vielen Schauen und suchen. Der Wunschzettel von Tinchen ist ausversehen mit
unter die Zettel der Jungen gerutscht, wie konnte das nur passieren? Nun muss
ich improvisieren, aber ich finde schon etwas passendes für sie.

Nach 3 Stunden habe ich wieder alles zusammen und mein
Finanzminister Petrus sagt mir, dass auch das Geld alle sei und man eigentlich
noch auf Spenden wartet, um alles an die Kinder zu verteilen. Ich hoffe mal,
dass das ganz schnell geht, damit alle zu ihrem Geschenk kommen. Die Wichtel,
die den Weihnachtsmann unterstützen sollen, haben dieses Jahr auch nicht so
richtig gut gearbeitet, aber ich glaube, dass es am diesjährigen Winter ohne Schnee liegt......
Denn im Kunstschnee auf den Strassen fahren die Schlitten nicht so gut und die Rentiere
haben nicht so richtigen Halt.

So....im Postamt angekommen, werden alle Geschenke liebevoll
eingepackt, mit Namen versehen und dann werden sie im riesen Sack verstaut und
am heilig Abend werde ich dann zu jedem Kind kommen und die Geschenke
verteilen. Hoffentlich hat alles geklappt und jeder freut sich auf sein
Geschenk.

Weihnachten 2012 geschrieben
©b.lebelt

Eigenes Foto und damit eine Collage erstellt
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