Das geheime Gen-Projekt

Bild von Alf Glocker
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Geheimprojekte der Regierungen sind geheime Projekte, wie der Name schon sagt, aber manchmal sickert doch etwas bis in die dämlichsten Kreise der Trivialbevölkerung durch. So soll, den Gerüchten zufolge, kürzlich der große Durchbruch in der Antifriedensforschung gelungen sein.

Gerade in Europa, dem Kernland der Wissenschaften und der Entdeckungen schlechthin, soll es gelungen sein, nun den entscheidenden Schritt in die Zukunft machen zu können, den die unumschränkten Herrscher in aller Welt schon seit ewigen Zeiten herbeigesehnt haben.

Wie man eigentlich ganz offiziell weiß, hat es den europäischen Machthabern schon lange die größten Sorgen bereitet, daß in Europa die Gehirne auszutrocknen drohen und keiner was dagegen unternehmen will. Die Männer bekommen immer weicheierige Köpfe, die Frauen werden immer schöner, immer gebildeter und immer dominanter – das kann doch nicht einfach immer so weitergehen …

Jedenfalls sollen das innerste Geheimdienstkreise aus den Zentren der kontinentalen Administrationen behauptet haben. Innerhalb der europäischen Grenzen herrsche nun bereits seit unerträglich vielen Jahrzehnten der langweiligste Frieden, den man sich überhaupt vorstellen könne, sagte kürzlich der Premierminister von Krankreich und der zentralländische Reichskanzler stimmte ihm unumwunden zu.

Es gehe doch nicht an, daß neuerdings die Armen in die Nähe der Möglichkeit gerückt werden, einmal am allgemeinen Wohlstand teilhaben zu können, während die ganze Welt hungert, und am Ende würde sogar das, in den Verfassungen erlaubte, Streben nach Glück noch von Erfolgen gekrönt sein, die früher einmal undenkbar waren. Niemals!

Da komme doch die Erfindung von Professor Dr. Pavinian gerade recht, dem es vor ca. 5 Jahren erstmals gelungen war, das Homo-Erectus-Genom zu rekonstruieren. In die Eizelle eines Gorillaweibchens eingepflanzt, solle damit demnächst ein brachialer Urmensch erschaffen werden, der als hocherwünschter Unheilsbringer wieder Verbreitung finden könne.

Dem Urteil bedeutender Anthropologen nach, ließe sich daraus, wenn man nur genug solch frischer Urmenschen hätte, eine innovative und fruchtbare Bevölkerungsschicht bilden, die wieder genug Unruhe in die Ordnung moderner, zivilisierter Staaten bringen kann. Daß dies mehr als wünschenswert wäre, hört man nun täglich sogar aus dem Europaparlament.

Die Verantwortlichen aus Verwaltung und Industrie träumen bereits von Mörderfarmen, in denen immer genug Nachwuchs an menschenähnlichen Wesen, die mit modernen Rechtsvorstellungen nichts am Hut haben (können), produziert werden kann. Man denkt dabei auch an eine Art Weckersystem für Hochzivilisierte, die durch Attentate und Vergewaltigungen wieder auf ihre ursprünglichen Wertvorstellungen zurückgeführt werden könnten.

Je mehr zunächst von ihnen umkommen, desto besser! Vielleicht besinnt sich ein makabrer Rest der ursprünglichen Bevölkerung Europas dann wieder auf eine Mannesehre, eine Frauenliebe zur Familie, auf die Verteidigungsbereitschaft und auf die Absicht, das persönliche Denken in den Dienst des nackten Überlebens zu stellen. Anderenfalls entstehe auch kein größerer Schaden, folgern, ganz richtig, die einschlägigen Beamten in den Ministerien.

Dann muss halt der Professor Dr. Pavinian in seine primitiven Kreationen noch ein paar Ergänzungen einbauen: den unbedingten Arbeitswillen, sowie die Bereitschaft, etwas zu einem Sozialsystem beizutragen, dessen Gründe sie, nach bestem Wissen, vielleicht gar nicht verstehen … wie z.B., daß nicht eine größtmögliche Kinderschar (wie bei Urmenschen üblich), sondern Fleiß und Gründlichkeit für einen Staat nützlich sein können, nein sind!

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Kommentare

15. Jun 2017

...den kann man ja auch nicht immer haben...
es reicht wenn sich die Reichen laben...

LG Alf