Der Hunger nach lebendigem Fleisch

Bild von Alf Glocker
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Daß wir in einer Welt der komischen Wirklichkeiten leben, wird praktisch überall offenbar! Menschen z.B. machen, genau genommen, immer den größten denkbaren Blödsinn. Aber nicht nur Menschen sind unberechenbar! Es fallen ungefragt Meteoriten vom Himmel, Stürme brechen einfach so los, Überschwemmungen bahnen sich ihre Wege in Ortschaften, Heuschrecken fallen über fruchtbare Felder her und komische Gottheiten verbreiten angeblich, durch komische Heilige, komische Gebote, die oft nur komische Gläubige verstehen können.

Ebenso komisch – nicht ohne einen furchtbaren Ernst dahinter – wie fallende Meteoriten, einfallende Heuschrecken, auffallende Stürme oder die Fallsucht aber ist der Hunger nach Fleisch! Nicht, daß wir nicht eh schon zu wenig Platz auf der Erde haben, nicht, daß es nicht eh schon die Umweltverschmutzung und die Belastung der Luft mit giftigen Gasen gäbe, es müssen auch noch riesige Rinderherden die Atmosphäre verfurzen, damit überall das Fleisch für gierige Münder wächst, die dann, wie in Aufruhr geratene Rinderherden, alles zertrampeln, was ihnen in die Quere kommt.

Das ist – wie sollte es anders sein?! – in erster Linie mal wieder dubiosen Geschäftsinteressen zu verdanken, wie auch die Abholzung der Regenwälder, zugunsten irgendwelcher perverser Plantagen, die ebenfalls nur den groben Ausbeutern Gewinne einbringen. Für das Volk gilt: friss, arbeite dich zu Tode, denke nicht – und lass dich so lange verführen, bis man dich, zugunsten ausbeutungsfähigerer Typen, beseitigt! Ob das jetzt noch komisch ist, darüber lässt sich vermutlich, mit etwas weniger gutem Willen, leicht streiten. Viel besser aber ist es, sofort in jene Lethargie zu verfallen, die uns über die letzte (im Sinne von „Das Letzte“) komische Wirklichkeit hinwegtrösten kann.

Dabei handelt es sich wiederum um den Hunger nach Fleisch! Diesmal nach lebendigem Fleisch! Nicht, daß sich gewisse Kreise nur nach diesem Fleisch sehnen würden, nein, sie wollen es in voller Absicht GEBRAUCHEN, um sich selbst damit hervorzuheben! Aus der Leidenschaft machen sie eine Pflicht, aus der Lust ein verrücktes Dogma … und alles, weil sie sich nicht weniger als die Herrschaft auf Erden davon versprechen, ist das ganz natürlich – Rassismus! Genannt werden darf es jedoch höchstens „Frömmigkeit“, denn in ihren Augen ist die Ästhetik eine Sünde und der Spaß beim schönsten Spiel aller Zeiten höchst verwerflich – wenn er nicht dem Zweck als unglaubliches Mittel dient.

Wenn wir uns umschauen und keine Angst vor Kriegen kriegen, angesichts einer Bedrohung, die sich deshalb nicht mehr abwenden lässt, weil der Hunger nach Fleisch, nach dem eigenen Fleisch und Blut, so rigoros um sich greift, daß die Fleischlichen vor lauter Fleisch ins Gras beißen müssen – wobei hier nicht die Umstellung auf vegetarische Speisen gemeint ist – dann kann doch was mit dem Steuerungsapparat für all das Fleisch nicht mehr stimmen. Hirn kann man zwar auch essen, aber man sollte erst einmal selbst eines haben, bevor man es wagt, seine Existenz grundsätzlich infrage zu stellen! Und wenn man es tut, dann sollte man verdammt gute Gründe dafür haben! Der beste Grund das Vorhandensein von Hirnen infrage zu stellen ist sicherlich der …,

daß sie anscheinend nichts nützen und deshalb wohl abgeschaltet, im Sinne von „ausgeblendet“ werden sollten. Jeder, der im Besitz eines komischen Gehirns ist, eines, das die Wirklichkeit nicht richtig erfassen kann, sollte es abgeben, um größere Schäden, die durch seinen falschen Gebrauch entstehen, zu vermeiden. Oder andersherum: Jedes komische Gehirn, dessen absurde Windungen nichts weiter erzeugen als diesen unheimlichen Hunger nach lebendigem Fleisch, sollte seinen hochbegehrten oder auch triebgesteuerten Körper schnellstmöglich wieder dort abgeben, wo es ihn herbekommen hat, bei der Schöpfung … Denn jetzt helfen uns auch keine dummen Ausreden mehr!

Vielleicht hören ja dann auch die anderen komischen Wirklichkeiten auf – wenn sämtliche überflüssige Körper abgegeben worden sind. Vielleicht werden danach die Überschwemmungen weniger, die Städte kleiner, vielleicht furzen dann auch die Rinder nicht mehr so viel, vielleicht wachsen daraufhin die Regenwälder wieder nach und die noch nicht ausgestorbenen Arten dürfen sich wieder friedlich (nach dem Prinzip von Fressen und gefressen werden) entwickeln?! Womöglich verlieren sogar die übergriffigen Gottheiten an Bedeutung, zumindest an Aufmerksamkeit, und die restlichen Hirne können aufatmen!

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