Der Multiplikatorische Konspirativ

von Alf Glocker
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Immer wenn ich mir neuerdings- oder bums, Tante Kant, oder Onkel Kante gebe, stehe ich staunend vor einem Nichts! Was hatten die beiden doch gleich gesabbert? „Man soll seine Handlungen nicht überprüfen, ob sie für alle undienlich sind, sondern einem praktischen Zweck folgen“? Nein? Niemals? Das ist doch nicht mal von Charlie Chaplin, oder Josefine Stalinova, das ist höchstens Dung, aber nicht Mao Tse Tse, der großen Mach Doch Die Fliege Wenn Du Mir Nicht Passt.

Heutzutage ist doch jeder ein vorbildliches Vorbild. Es kommt dabei aber immer auf seine Wahrheit an. Und wenn jemand jemand kalt macht, dann ist er ganz heiß drauf ein Vorbild zu sein, das alles für alle berücksichtigt. Nein? Doch doch, unbedingt, zumindest aber wenigstens bedingt. Wir konspirieren mit dem Freund, da es nur Freunde gibt. Diese These lassen wir uns nicht vermiesen.

Wir müssen nichts wissen. Denn wir sind die Dings – die großen Angepassten … oder die kleinen Angepissten? Wenn wir das jetzt auch noch wüssten, dann könnten wir „Gott“ zu uns sagen … jeder zu jedem, denn jeder hat Recht, außer er hat keinen Multiplikatorischen Konspirativ. Oder wäre der Einzelne als „Gott“ blasphemisch, uns selbst gegenüber? In einer anderen Wahrheit wahrscheinlich, aber die gibt es diesmal gar nicht. Es gibt nur die vom Multiplikatorischen Konspirativ!

Andere Wahrheiten sind wahrscheinlich unwahrscheinlich, also gelästert. Dabei haben wir doch gar nichts gegen Laster, obwohl es von „Lästern“ kommt. Nein? Doch doch! Alle, die lästern, sind von gestern, außer wiederum im Multiplikatorischen Konspirativ. Da ist alles scheißfreundlich. Da hält man sämtliche Arschbacken hin – auch die im Gesicht. Gut, daß wir das wenigstens schon lange verloren haben!

Mathematisch ausgedrückt bedeutet das: Multiplizieren wir einen Konspirativ mit uns selbst, dann erhalten wir das Freundesbild eines Feindes umsonst – wir müssen nur den Charakter wegrechnen, aber uns stattdessen die richtige Kante geben. Je mehr, desto besser! Das ist dann wieder eine Frage des Anstands … in Betrachtung des Neumondes bei Nacht!

Was lernen wir daraus? Richtig … wir treiben’s mit jedem, handeln damit im Interesse aller und sonnen uns am Nordpol, im Polarlicht = Bora Orealis. Nein, andersrum (nicht oral), Aurora Borealis. Auf das „Au“ vorneweg kommt es an! Wir entdecken es in vielen schönen Wörtern, wie Au-Sichtslos, Au-Fenthalt, Au-Wald (muss sofort abgeholzt werden!) und Au-ßerdem. Nicht zu vergessen: der Au-Genblick!

Der ist immer dann, wenn uns ein Anblick auch noch weh tut … der in den Spiegel zum Beispiel. Was sehen wir dort? Tante Kant, Onkel Kante, Baron Münchhausen, oder einen Irren, der gerade zum Selbstkreuzigungszug aufgerufen hat? Wir waschen unsere Hände in Erbschuld.

Wir stellen uns folgsam an, oder auf, um als erste drankommen zu dürfen, wenn die Konspiration in schwindelnde, oder erschwindelte Reinheitshöhen aufsteigt und die Geister, welche diese Bezeichnung nicht verdienen, in die Schluchtz der ewigen Verscheinheiligung hinabsteigen, um dort die Grundsätze unserer morbiden Gesellschaft vorzufinden.

Da haben wir aber wieder mal Schwein gehabt! Alle für keinen und keiner für alle. So wird es gut! Man muss nur ganz fest dranglauben, dann erfüllen sich all unsere Wünsche im Multiplikatorischen Konspirativ und die wahren Probleme der Welt werden in ihren, noch nicht so sehr mit ihnen behafteten, Regionen ebenfalls institutionalisiert, ohne von einer Wahrheit wahrgenommen zu werden. So bekommt jeder, was keiner verdient hat, aber auch nicht haben wollte, sondern nur immer das, was er selber nicht gewährleisten kann: Freiheit für … äh, für … ja, also, wieso denn?!

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Kommentare

19. Okt 2018

Die Freiheit, nicht mehr frei zu sein -
Sie finden manche Leutchen fein ...

LG Axel