Mein inneres Kind und der lebende Unrat

von Alf Glocker
Mitglied

Immer öfter wird mein inneres Kind mit Werbeaktionen „gemeinnütziger Organisationen“ konfrontiert, mit denen es nicht umgehen kann. Jedes Mal schlägt es seine strahlend blauen Augen auf und fängt an ... zu glauben. Ich wiege es dann in den Armen, bis es eingeschlafen ist ... ich kann doch nicht zulassen, daß es sich darüber die falschen Gedanken macht ...

Wahlplakate tauchen in unserem Gesichtsfeld auf, die Gesichter von Politikern zeigen, die alles falsch gemacht haben, dies aber nicht nur nicht zugeben wollen, sondern auch noch alles beschönigend abstreiten. Unterstützt werden diese Plakate durch andere Plakate, die bereits die Ergebnisse ihrer gescheiterten Politik in der Werbung zeigen: verkaufende Teufelsfratzen – da konnte leider nicht viel beschönigt werden.

Dann muss ich dem armen Wurm auch noch die Ohren zuhalten, denn von überall her kommen nun seltsame Parolen aus dem Äther, oder sie werden direkt von Marktschreiern verbreitet: „Glaubt an ... tötet die ... spendet für ...“. Und alles geht anscheinend immer nur in eine Richtung – ich die Richtung des Grauens, eine moralische „Gegend“, die anscheinend bewusst den Tod der inneren Kinder unterstützt.

Dabei treten dann eben jene „gemeinnützige Organisationen“ wie ... darf-man-nicht-sagen ... in den Vordergrund, die vor allem durch fadenscheinige Totalverarschungen auffallen. Sie behaupten von sich, Frieden und Freundschaft verbreiten zu wollen, entpuppen sich aber, bei näherem Hinsehen als nichts Besseres als die Mafia – obwohl man sagen muss, daß die Mafia sich wenigstens noch auf materielle Dinge beschränkt, sich also vor allem finanziell bereichern will.

Die echten und noch weit gefährlicheren Verbrecherinstitutionen dehnen jedoch ihren Druck auch noch auf die Seelen aus. Sie unterlaufen Menschenrechte und die Gesetze noch freier Staaten, indem sie behaupten diese Staaten seien nachweislich erst dann frei und human, wenn es, innerhalb ihrer Grenzen, auch Gruppierungen geben dürfe, die Freiheit und Humanität offen negieren.

Wie sie das im Einzelnen dann benennen, soll mein inneres Kind gar nicht erst erfahren. Ich möchte, daß es sich unabhängig vom Mainstream entscheiden kann. Stets soll es sich auf seine naive Gefühlswelt verlassen dürfen und Menschen danach beurteilen können, was sie, in seinen Augen, anstellen, nicht, wonach es sie beurteilen soll. Regime- oder Gangster-Willkür möchte ich unter allen Umständen fern von ihm halten.

Mir ist bewusst, daß ich eine Verantwortung meinem inneren Kind gegenüber habe. Es ist mein größter Schatz! Ich werde es lieben und ehren, haben und halten, solange mir das nur irgend möglich ist. Alle gewissenlosen Anfechtungen werde ich von ihm abzuwenden wissen – und wenn es jemand, aus der gesicherten Position seiner hinterhältigen Überzeugung heraus, angreift, dann werde ich ihm eins überbraten, das sich gewaschen hat. Wie das dann aussieht, wird ebenfalls nicht verraten.

Insekten, in Gefahren und größeren Anhäufungen von Geziefer in Menschengestalt stehen wir, mein Kind und ich, sehr reserviert gegenüber! Scheinbar unumstößliche Doggmen, Leeren, oder auch Unfriedensbewegungen, werden von uns misttrauisch betrachtet – ob das nun alles falsch geschrieben ist oder nicht – und auch Dämonen in extra verheiligten Kutten sehen wir nicht gerne in unserem Weltgarten, der sich von einem Ende unseres, wahrhaft weiten Horizontes zum andern erstreckt.

Wir sehen die Dinge, wie sie sind! Daran gibt es nichts zu rütteln ... und wenn da so ein Volltrottel kommt und glaubt, dagegen vorgehen zu müssen, dann werden wir ihn einfach nach dorthin einstufen, wo er hingehört: auf den großen Müllhaufen der Geschichte. Mag der auch so golden glänzen wie Alberichs Schatz. Und wenn man es mir eines Tages aus den Händen reißt, mein inneres Kind, dann werden wir ihn, der es tat, verfluchen bis in die letzte Generation lebenden Unrats auf Erden!

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Kommentare

20. Feb 2017

Das innere Kind darf noch nicht wählen -
Drum kann man es gehörig quälen ...

LG Axel