Zimtsternchen

von Nicole Schrake
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Der nasse, ungemütliche Oktobertag neigte sich dem Ende entgegen. Ein Windstoß wirbelte das rote Haar aus dem blassen Frauengesicht. Grüne Augen strahlten vor Vorfreude. Feierabend! Lauschige Stunden, behaglich prasselndes Feuer im kleinen Ethanol-Kaminchen, ein Glas Federweißer, dazu Zwiebelkuchen, eine heiße Dusche und das Hineinschlüpfen in den Seidenkimono. Sie öffnete ihre Wohnungstür. Ja, endlich daheim. CD-Player an, Schiller „Sonne“; die charismatische Stimme des Grafen von „Unheilig“ erfüllte die kleine Wohnung.
Durch die dichte Wolkendecke stahl sich für einen Moment ein rote Finger der versinkenden Sonne. Die bunt verfärbten Blätter wirbelten über den kalten Asphalt. Felicitas stellte die Heizung an. Sie ging zum Kühlschrank und entnahm den Federweißer, schüttete ihn in ein kristallenes Weinglas, dann befüllte sie den Behälter des Zimmerkamines bis an den Rand mit Ethanol und zündete es an. Die flackernde Flamme, das „Bullern“ der Heizung, die Musik ... Konnte Chillen schöner beginnen? Ein Feierabend besser eingeläutet werden?

Rasch zog Felicitas sich aus und ging nackt ins Bad. Kurze Zeit später prasselte das heiße Wasser an ihr herab und spülte den letzten Rest des stressigen Tages davon. Die Frau genoss den Duft des Jasmin-Duschgels und ließ ihre Hände über den Körper gleiten. Eine kleine Weile später schlüpfte sie in ihr grünes Feierabend-Outfit und genoss den Stoff auf der nackten Haut. Vergessen der hektische Tag, der Ärger um verschwundene Patientenakten, die oft nervenden Halbgötter in Weiß, die sich für die Krone der Schöpfung hielten und so manches Mal nur nörgelnde Korinthengacker waren, genauso bleich im Gesicht, wie ihre auf dem OP-Tisch gebliebenen Patienten, die Freund Hein in die Ewigkeit mitnahm.

Es klingelte. Felicitas ging zu der großen Fensterfront und lugte hinaus, konnte jedoch in der hereinbrechenden Dunkelheit nichts erkennen. Sie raffte das Oberteil über ihre halbnackten Schultern und ging zur Türsprechanlage. „Hallo?“ „Hier ist Major Tom. Betreten des Kontrollzentrums erbeten.“ ertönte eine tiefe Stimme, die der lauschenden Frau einen wohligen Schauer über den Rücken jagte. Felicitas betätigte den Türöffner. Sie stand in der Tür und wartete. „Was willst Du denn hier?“ empfing sie den dunkelhaarigen Mann, der mit einem schelmischen Lächeln nun vor ihr stand.

„Na, ich war gerade in der Nähe und bin geil, so einfach ist das.“ erwiderte er mit entwaffnender Offenheit und zog Felicitasl an sich. Sie lachte. Der Kuss war lang, sehnsuchtsvoll und alles andere als anständig. „Komm herein.“ sagte sie und öffnete die Tür weit. Der große Mann trat ein. Das Kerzenlicht, die Musik, das Feuer: „Erwartest Du noch jemanden?“ fragte der unerwartete Gast und grinste anzüglich. „Nein, ausnahmsweise nicht, ich hatte ja keine Ahnung, dass der Herr hier noch auftaucht. Möchtest Du ein alkoholfreies Bier?" Der Mann nickte.

Felicitas ging zum Kühlschrank und öffnete ihn. Ihr Besuch folgte, umarmte Felicitas und rieb seinen Unterleib an ihrem Hintern. „Oh, da ist ja gerade jemand aufgewacht.“ sagte die rothaarige Frau süffisant und genoss die Härte des erigierten Gliedes an ihrem Po. „Er ist schon die ganze Fahrt zu Dir hellwach und verlangt nach Aufmerksamkeit.“ flüsterte der Mann heiser. Seine Hände glitten in den weiten Ausschnitt und massierten die samtigen, kleinen Brüste der vor ihm Stehenden. Seine Berührungen ließen Felicitas Knie weich werden. Ihr Kontrollzentrum erwachte.

Die Wärme der Finger, die Lippen, die eine feuchte Spur über ihren Nacken zogen; seine Zähne, die an ihrem rechten Ohrläppchen knabberten. „Du, wenn Du so weitermachst, verschütte ich das Bier.“ „Macht nichts, ich habe sowie Durst auf einen ganz anderen Nektar.“Setz Dich auf den Herd.“ Felicitas hüpfte folgsam auf die Herdplatte, der Mann kniete vor der Frau nieder, spreizte ihr langsam die Beine und bedeckte die Innenseite ihrer Schenkel mit heißen Küssen. Felicitas legte den Kopf in den Nacken und genoss die Liebkosungen. Wie bereit sie für ihn war ...

Der Mann erhob sich und streifte eilig die Jeans von seinen schmalen Hüften. Sein harter Schwanz berührte Felicitas an ihrer verborgenen Pforte und der Geruch der männlichen Geilheit war einfach atemberaubend. Der Mann zog die Frau enger an sich und näherte sich langsam idem nassen Spalt, der ihn nur zu gerne empfing. Langsam schob der späte Gast seinen Penis in Felicitas Vagina. „Wie nass Du bist. Was machst Du nur mit mir?“ Enge Hitze hieß den erregten Mann willkommen und der ewige Tanz zweier Leiber, die sich ineinander verkeilten, setzte Zeit und Raum außer Kraft.

Die Frau verkrallte sich in den Schultern des Mannes und ging völlig in dem ekstastischen Rhythmus seiner Stöße auf. Die süßen Schockwellen, die durch ihren Unterleib jagten, rissen sie mit, wie ein Tsunami der Lust und ihr lauter Lustschrei übertönte die Hintergrundmusik. Langsam löste sie sich von dem Mann. Er war immer noch bereit, prall, hart, gierig. Felicitas lächelte. Sie griff auf die Anrichte und nahm etwas leicht zerschmolzene Butter. Langsam verrieb sie sie zwischen ihren Händen und ließ diese über das steife Glied gleiten, dann griff sie in das Gewürzregal neben sich und verstreute etwas Zimt über das straffe, wartende Fleisch des Mannes.

„Stellungswechsel.“ forderte sie ihn auf, drückte ihren Spielpartner an den Kühlschrank und ging vor dem Mann auf die Knie. Ihre Lippen glitten an seinem Ständer entlang, genossen den Geruch seines Schwanzes, vermischt mit dem Duft der Zimtbutter. Major Tom schloss die Augen und gab sich ganz diesem Gefühl hin, ihrer Hingabe, ihrer Lust. Der Mann glaubte zerspringen zu müssen vor süßer Qual. Als sie seinen Penis in ihren Mund gleiten ließ, stockte sein Herzschlag für einen Moment. Die Zunge der Frau tänzelte über die Eichel, trieb den Mann fast in den Wahnsinn, leckte, lockte, liebkoste.

„Willst Du meine Sahne?“ keuchte er, fast von Sinnen, von dem Wunsch beseelt, erlöst zu werden, endlich abspritzen zu dürfen, in diesen frechen, kleinen Mund mit den roten, vollen Lippen. Felicitas massierte die samtigen Hoden, streichelte sanft den Anus des Mannes und ließ einen von der Butter noch schlüpfrigen Finger in dem engen Poloch verschwinden, fand die Prostata und massierte hingebungsvoll die Kastanie der Lust. Das erwies sich als zuviel für den stöhnenden, hochgradig erregten Mann und mit einem lauten Keuchen spritze er seine heiße Sahne in die warme, feuchte Mundhöhle der vor ihm knienden Frau. Der Orgasmus überspülte den abendlichen Gast wie eine grüne Woge, warf ihn an den Strand seiner Lust, wo er ermattet nach Luft schnappte, wie ein Fisch auf dem Trockenen ...

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Kommentare

27. Jun 2019

Mutig, mutig...
Nicht das Spiel, sondern das Worte darüber machen.
Doch beides fein.
LG Uwe