Die (Essener) Tafel

von * noé *
Mitglied

Die Tafeln wurden von freiwilligen, ehrenamtlichen Mitfühlenden installiert, um den Wegwerf-Überfluss einer saturierten Gesellschaft umzuverteilen auf die, die von der Hand in den Mund leben, wenn es dazu überhaupt noch kommt, also, um ein Dahinvegetieren in Armut abzumildern oder sogar ein Sterben zu verhindern.
Mit anderen Worten: von Leuten, die ein komplettes Versagen des Staates durch Einsatz nicht-staatseigener Mittel und nicht vergüteter Frei-Zeit letztendlich eigenverantwortlich verhindern wollen.
In erster Linie betroffen sind hier die zu kurz Gekommenen, die am Rande unserer Gesellschaft „Gestrandeten“, die Rentner, die trotz lebenslanger Arbeit nach Beendigung derselben nicht genug Rente erhalten, um selber für ihr Auskommen sorgen zu können (ist das vielleicht sogar beabsichtigt, um langfristig Rentenzahlungen einzusparen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …), Alleinerziehende, die dem Staat neue Arbeitskräfte großziehen und dafür durch Mangel bestraft werden, Menschen, die den Überblick verloren haben und sich von einem auf den nächsten Tag retten, Menschen, die qua Geburt hier leben und nirgendwo anders hin können.
Mir schwillt der Kamm, wenn ich jetzt hören muss, dass jemand, der unfähig ist, seine eigenen Leute zu versorgen und dies dem Ehrenamt überlässt, andere Leute ins Land einlädt, die er aber ebenfalls nicht versorgen kann, dann aber darauf bestehen will, sich in nicht-staatliches Geschehen einzumischen und ihm vorschreiben will, dass die landeseigenen Bedürftigen bedürftig zu bleiben haben, da vorrangig die „geladenen Gäste“ zu bedienen seien, weil diese ja schließlich eingeladen worden sind (von wem denn, bitte?) …
Liege ich da falsch, wenn ich den „Gastgeber“ bitte, doch für die von ihm Eingeladenen – bittesehr – selbst zu sorgen? Was er (der Gastgeber) ja offensichtlich nicht fertigbringt und der langzeiterprobt geduldigen Gesellschaft zusätzlich noch aufs Auge drückt?
Wenn ich der Meinung bin, dass ein solcher „Gastgeber“ sich doch bitte raushalten möge aus dem durch sein Versagen notwendig gewordenen Handeln nicht-staatlicher, selbstorganiserter Ehrenamtlicher, die ihm bisher vollkommen eigenständig abgenommen haben, sich seiner staatlichen Verantwortung zu stellen …?
Soll ich bei so viel selbstherrlicher Unverschämtheit vielleicht keinen dicken Hals kriegen?

© noé/2018

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Kommentare

28. Feb 2018

es geht hier nicht darum, daß man Kriegsflüchtlingen nicht helfen soll...