Das Verschwinden der Insekten

von Hippocampus Denkfabrik
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In meiner Kindheit waren im Licht der Straßenlaternen abertausende Fliegen und Motten, und Auto-fahrer kratzten sich nach jeder Nachtfahrt die Insekten von der Windschutzscheibe. Jetzt ist da nichts mehr. Man ließ damals nachts die Fenster geschlossen, wenn innen Licht war, um nicht Schwärme von Insekten anzulocken. Ein paar Kohlweißlinge und Zitronenfalter gibt es noch, alle anderen Schmetterlinge wie Schwalbenschwänze und Tagpfauenaugen nicht mehr, Kellerasseln, Tausendfüßler, Glühwürmchen und Ohrwürmer sind verschwunden, auch alle Käfer, vor allem Marienkäfer. Wis-senschaftler können heute in Mitteleuropa nur noch ein Fünftel der Biomasse an Wirbellosen ein-sammeln wie noch 1990. Was ist passiert? Die Bauern haben mit Hilfe der chemischen Industrie einen „Dreifachangriff“ auf die Natur gestartet: Herbizide, die den zweikeimblättrigen Pflanzen wie der blauen Kornblume, Silberdisteln und Klatschmohn den Garaus gemacht haben, die in meiner Jugend an jeder Baustelle und am Rand der Getreidefelder wuchsen. Dadurch haben die Insekten ihre Nah-rungsgrundlage verloren, und sie wurden durch Pestizide und Insektizide auch direkt vernichtet. Das geschwächte Immunsystem der Bienen konnte der Varroa-milbe nichts mehr entgegensetzen. Der „dritte Pfeil im Köcher“ waren Fungizide gegen Pilze, und seit ca. 20 Jahren werden die tödlichsten „Massenvernichtungswaffen“ gegen die Natur eingesetzt, die Nervengifte Neonicotinoide, abgekürzt „Neonics“. Tiere weiter oben in der Nahrungskette wie die Spatzen litten genauso. Nur die Verwerter von menschlichem Müll, wie Tauben, Krähen, Ratten, Mäuse und Eidechsen an der S-Bahn München leben heute besser, genauso Füchse, die Stadtbewohner wurden und Kaninchen in den Parks in München und an den S-Bahn Linien, Eichelhäher sind auch Kulturfolger.

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Kommentare

28. Mär 2017

Und doch - die Natur ist fähig sich in kürzester Zeit zu regenerieren.( scheinbar braucht nur der Mensch so lange zum lernen) . In meiner Nähe ist ein Ablageplatz für Schutt und Aushub. Bereits nach kürzester Zeit ein kleines Paradies für unzählige Pflanzen und Tiere - dies gilt Hoffnung .
In diesem Sinne Grüße
Eva