Der beginnende Wahnsinn in 365 Schritten

von Alf Glocker
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20. Schritt

Himmelarsch: angefressene Wolkenbilder senken sich, aus meiner Kragenweite in eine Landsmannschaft aus unendlosen Träumen, in denen die Zeit kein Hilfsmotor für das Licht ist.

Dort sind nur die umgedrehten Spiegelfassaden am Nichtzerspringen, wobei plombierte Vampirzähne gänzlich in die Scheinwelt einschwinden, dabei jedoch reichlich harmlos um sich herum triefen.

Gegessen oder nicht gegessen: die Erstickten feiern lobenswerte Beatmungsfeste auf urjungen Felsen von Simsalabimsstein. Ihre Instrumente sind: Lachhobel, Elfenmuscheln und Sandflöten.

Das bezaubert die Wespentaillen der Zwölefantendamen aus dem Tittlinger Staatszirkus, wo man gerade den Tangiertango unter hautrosa gefärbten Schmachtfetzen inszeniert.

„Wieviel ist 0 mal 0?“ fragt eine Flachziege ihren, mit Nadeln gestreiften Body- and Soulguard. Aber der denkt schon romantisiert an die Beutelkurse von hinter dem Mond.

Wunschvertrottelt, auf- und abgesessen, erfrischt sich Fräulein Psyche im mare monstrum, das zwischen Jupiter und Venus, auf einem selbstgestrickten Bärenfell, welches man sich gar nicht erst aufzubinden braucht, um glücklich zu sein, liegend erfreut.

Vor dem Garderoben-Fenster ertönen die Unkenrufe der Jagdschallmeien: „Horridooo!“ Und mitten auf der Sonnenwiese gibt es Krach zwischen den Verfechtern des Fege- und des Nicht-vor-meiner-Tür-Feuers.

Sie bewerfen sich kichernd mit zischenden Stahlwolle-Bällchen, Stiereiern, Seegurken und sonstigem Zierrat aus dem Repertoire einer leidenschaftsbesessenen Vergänglichkeit.

Aber das ist nur noch verschwommen zu sehen, nicht annähernd, bzw. entfernt zu spüren, in der blütenweißen Halbwelt tiefgrauer Eminenzen, sowie anderer Hochwürdenträger, die sich in meine Erinnerung rufen, als seien sie pubertierende Vögelchen, verwunschen, bezaubernd – frisch aus der Gefriertruhe des Seins, die keine ist, sondern eher das Wiederauferständnis sämtlicher Un-Möglichkeiten, die indessen wirklich vorstellbar sind!

Ich weine! Und etwas in mir lacht sich schlapp über den gebündelten Unsinn, der gerade all jene ergreift, die sich noch in der Schrankenlosigkeit ihrer Checkpoint-Umgebung befinden und nicht einmal stückchenweise ahnen, warum das Warum so unertragbar, unträglich, und doch ganz außer jeder Frage, vor den Toren des Wachstums dämmert.

In diesem Augenblick geht es ab, geht es ab, geht es ab, usw. …

©Alf Glocker

öl auf Leinwand
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