Der beginnende Wahnsinn in 365 Schritten / 147

von Alf Glocker
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147. Schritt

Die Naturgesetze ignorieren heißt den Verstand verlieren – auch wenn man den so erhaben glaubt, daß man sie (die Naturgesetze) für nicht mehr nötig hält, was uns betrifft. Wir stehen über allem – wir bestimmen selbst was mit uns geschieht (und die Erde ist eine Scheibe). In meinen Gehörgängen breitet sich virtuelles Gelächter aus!

Weshalb wir plötzlich, mit vereinten Kräften, allem widerstehen, was uns die Schöpfung jahrmillionenlang vorgemacht hat, das ist für mich ein Mysterium. Tun wir das, weil wir so ungeheuer weise sind? Oder haben wir wirklich aus den Entwicklungen nicht die Bohne, was sag ich, nicht die Erbse gelernt?!

Man muss sagen: „Ja und Nein!“ Wir haben gelernt und wir haben nicht gelernt. Wir sind in unseren Persönlichkeiten gespalten. Wir tendieren zu logischen Interpretationen einer untragbaren Situation, die wir aus dem Ekel heraus wundervoll finden. Das ist schizophren!

Überall sortieren wir, wir trennen die Spreu vom Weizen, das Rennpferd vom Ackergaul, die Edellimousine vom Pickup, die Rose vom Unkraut, das neuerdings Beikraut genannt werden möchte, damit niemand in den Ruch einer Nachrede kommt.

Alles ist gleich? Klar, deshalb werden doch auch Fußballspieler mit unglaublichen Ablösesummen erworben wie Leibeigene. Gegen Kreuzlahme möchte man sie nicht austauschen, nur damit keiner in den Verdacht von Bevorzugungen kommt. Endergebnisse spielen schließlich überhaupt keine Rolle, sondern der Einheitsbrei!

Denn wir sind erhaben: die Evolution endet beim Menschen, erstreckt sich aber auf alle übrigen Wesen – nur sie sind im Gengut verschieden. Sie müssen sich in Kämpfen aneinander messen, sonst können sie nicht überleben. Ein weicheieriger Platzhirsch in der 3. Generation erzeugt entweder gar nichts, oder nur faule Küken.

Die Natur ist am Ende mit ihrem Latein? Und wir stehen am Anfang? – wir brauchen das Latein der Natur nicht mehr? Wir können alles? Wir können uns vor allem eine Menge einbilden. Wir könnten aber auch, alternativ, diejenigen unbehelligt arbeiten lassen, die darin genetisch geschult sind, und zwar ohne Kämpfe, und wir sollten möglichst nicht versuchen uns allen einzureden, daß alle alles gleich gut können.

Das sind Fallstricke! Wer Fallstricke verleugnet, der ist dasss geeignete Opfer für sie. Um Fallstricken aus dem Wege zu gehen, haben die Gene irgendwann einmal die Intelligenz erfunden, eine, die Brücken darüber, Tunnel darunter, Häuser daneben, oder Wälle davor bauen kann. Wer das nicht beachtet, der hängt bereits drin. Das oberste Gesetz der Improvisation, der Anpassung, der Intelligenz aber lautet, alles früher Grausame sanft zu interpretieren! Anstatt dumme Rangkämpfe, kluge Vergleiche!

Ein Meister der Überlebensdiplomatie aber stilisiert auch nicht tote Zweige zu gangbaren Wegen hoch. Er schneidet sie nicht ab, doch er setzt tunlichst nicht auf sie, nicht sich, nicht seine Kinder, nicht seine Hoffnungen. Er schätzt ein, bewertet richtig, handelt angemessen und er schützt das Erreichte vor der Spreu, damit es auch später noch echte Auswahlmöglichkeiten gibt. Andernfalls hat er sich überlebt! Das wäre der Wahnsinn!

Foto / römische Wild-Katze

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Kommentare

28. Mai 2015

Charles Darwin wäre platt gewesen -
Hätt' diesen Text er auch gelesen!

LG Axel