Ehrenamtlich engagiert - Page 145

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großen Aquarium aufbewahrt. Warte! Durch die Drogen siehst du bloß die leuchtenden Elfen, oder?«
Erkundigte sich Christopher, der sich langsam und sehr deutlich ausgedrückt hat.
»Ja, nur leuchtende Elfen kann ich durch die Drogen sehen. – Sie zeigen mir andauernd irgendeinen Weg, dem ich folgen muss!«
Antwortete Philipp, der nun genau zuhört.
»Gut … Hier ist ein Hausschlüssel von einem Haus, das an der ‚Ernest Hemingway‘-Straße liegt. – Kennst du diese Straße?«
Fragte bedachtsam und voll konzentriert Christopher.
»Ja, die Straße kenne ich. – Das ist auch eine reiche Stadtgegend, wo mich die Elfen schon mal hingebracht hatten. Damals haben die Elfen mir versprochen, dort würde sich irgendein Kostümball abspielen, auf den mich die Elfen hingewiesen haben …«
Erzählte ebenfalls voll konzentriert Philipp.
»Was, ein Kostümball? – Wann haben die Elfen das zu dir gesagt?«
Erkundigte sich hektisch und irgendwie verwundert Christopher.
»Vor drei Tagen … Die leuchtenden Elfen haben mich sogar hingebracht, doch als ich da ankam, war dort kein Kostümball. Weißt du, die Elfen sagten mir, der Kostümball würde in der reichen Stadtgegend stattfinden, und vermutlich haben sie damit das ‚Baumgeld‘-Stadtviertel gemeint. – Wie ich schon sagte: Zuvor brachten mich die Elfen zu einer Drogen-Suchtklinik. Seitdem höre ich nicht mehr auf die blöden Elfen!«
Schimpfte Philipp.
»Gut, ich verstehe … Also, Philipp! Hier ist ein Hausschlüssel, der für ein bestimmtes Haus in der ‚Ernest Hemingway‘-Straße passt. Wenn meine Erinnerungen nicht versagen, hat das Gebäude die Hausnummer 13. Dort wirst du ein großes Aquarium finden, in dem massenweise Monster-Fische herumlungern. – Nimm aus diesen Aquarium so viele Fische mit, die du nur tragen kannst. Es müssen bedingungslos und ohne Ausnahme Männchen und Weibchen sein!«
Schilderte verständnisvoll Christopher, und gibt Philipp diesen Hausschlüssel, der zweifellos aus den Tresor stammt und der ohne Zweifel Peter gehört.
»Oh … Wie sehen die Geschlechtsorgane von Fischen aus? Wie soll ich die unterscheiden können?«
Fragte Philipp, und die Frage ist berechtigt.
»Nimm einfach zwei unterschiedliche Fische mit.«
Antwortete Christopher.
»Hab verstanden! – In der ‚Ernest Hemingway‘-Straße ist ein Haus mit der Hausnummer 13. Dort gibt es ein Aquarium, aus dem ich mehrere Fische stehlen soll. – Und was mache ich dann mit all den Fischen? Soll ich sie aufessen? In der Obdachlosenunterkunft bekommen wir dreimal täglich eine warme Mahlzeit, die mir nicht ausreicht, und nach mehr Essen zu fragen, wäre so peinlich.«
Vergewisserte sich Philipp.
»Nein, Philipp. Die Fische sollst du nicht verspeisen! Pass jetzt gut auf. – Im Haus wirst du eine Frau finden, die mit offenen Augen auf einem Stuhl sitzend tief schläft. Habe somit keine Angst vor der Dame! Und wenn du schon mal im Haus bist, kannst du dich dort ausleben und das mitnehmen, worauf du Bock hast.«
Sprach Christopher zum ersten Mal wie ein gewöhnlicher Mensch.
»Und was mache ich mit den Fischen?«
Fragte Philipp.
»Im ‚Urin-Bad‘-Schwimmbad werde ich dich vor einem Pool erwarten.«
Schilderte ruhig und gelassen Christopher, damit Philipp einsieht, wie wichtig und einsichtig diese Angelegenheit für Christopher ist.
»Ich verstehe … Christopher, ich merke gerade, wie wichtig diese Sache für dich ist, und ich möchte dich gerne erpressen. – Wenn ich dir die Fische im Schwimmbad überreiche, möchte ich dann ein Rezept für Cannabis-Tropfen haben. Ich hörte in der Obdachlosenunterkunft, dass man mit einem Cannabis-Tropfen-Rezept diese natürliche Droge in jeder Apotheke kostenlos erwerben kann.«
Schlug Philipp vor.
»Wenn du diesen Gefallen für mich sorglos meisterst, bekommst du ein Rezept für Heroin; getrocknete Erdbeeren oder Methamphetamin. – Und ach, da es heute sehr kalt ist, möchte ich nicht, dass du krank wirst. Zieh also dein Piraten-Outfit bei der Sache nicht aus.«
Sprach voll konzentriert Christopher.
»Hahaha! – Keine Sorgen, das wertvolle Piraten-Outfit werde ich nie ausziehen. Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen die Piraten-Jacke gegen zwei oder drei Wodka-Flaschen eintauschen.«
Äußerte Philipp sich dazu.
»Wie du willst. – Philipp, ich verlasse mich auf dich. Es ist sehr wichtig, dass ich die Fische vor dem Schwimmbecken bekomme. Hast du mich verstanden?«
Fragte hartnäckig Christopher.
»Was, ein Schwimmbecken? – Ich dachte, ich solle dir die Fische vor einem Pool überbringen?«
Sagte ein Drogenjunkie.
»Schwimmbecken und Pool sind dieselben Begriffe und Synonyme. – Philipp, hör nicht auf die Elfen; geh einfach zur ‚Ernest Hemingway‘-Straße; finde dort das Haus; nimm so viele Fische mit, wie du tragen kannst; bring mir die Fische ins Schwimmbad, und du wirst von mir reichlich mit Drogen belohnt.«
Verkündete ruhig und vielversprechend Christopher.
»Gut, ich kriege das hin! Keine Sorge, Christopher! – Diese Aufgabe werde ich schon meistern. Immerhin ist das wesentlich leichter, als den Postboten ihre adressierten Briefumschläge zu rauben.«
Offenbarte Philipp eine bereits existierende Zusammenarbeit mit Christopher.
»Dann geh bitte los! Wir haben nicht viel Zeit. – Und zieh bitte deine Kleidung nicht aus. Sonst wirst du krank!«
Verkündete fürsorglich Christopher, der sich sorgenvoll fragt: wieso Philipp ihn nicht gefragt hat, wozu die Fische ihre Gegenwart in einem Schwimmbad ausleben müssen. Ausgiebig und mit Drogen-Gaben verabschiedet sich Christopher von Philipp mit einem festen Händedruck, der sich nachdrücklich und standhaft nicht in eine Verabschiedung münden sollte, sondern sich als einen Vertrauensschutz zeigen und preisgeben sollte: dass diese im Auftrag erteilte Anweisung eine große und darbringende Wichtigkeit für Christopher darstellt. Da nun Christopher der „Hummer H1”-Mannschaft eine teilweise Ablenkung mittels Philipps Piraten-Outfit erteilt hat, teilen sich hier die gewohnten und herkömmlichen Gegebenheiten auf, die ergebnisreich bei genauerem Betrachten ergeben, dass Philipp durch seine neue Verkleidung eine alte Ähnlichkeit mit Wesley altbekannt teilt, und teilweise erweist Philipp ebenfalls eine kleine geistige Glaubwürdigkeit, die Wesley im gleichen Sinne versinnbildlicht und verkörpert hat. Mit Tatkraft und Ermunterung steigt Christopher in den „Dodge Ram”-Geländewagen, der wagemutig die nächsten Planentwürfe von Christopher nicht erahnen kann, denn ahnungslos kann der Wagen allein das Fahren und Kutschieren meistern, und meistens reicht diese Bereitschaft für Christophers Piraten-Abenteuer vollkommen aus. Voller zuversichtlicher und leistungsfähiger Hoffnungen beginnt bereits die nächste dienstfähige Autofahrt, die mit Zuversicht ersichtet: wie Philipp beim Gehen unter starkem Zittern sich mit nicht existierenden Elfen unterhält, und unterdessen trinkt Philipp fleißig aus dem Eimer sein getanktes Drogen-Schaumwasser, welches beim Saufen Philipps Piratenjacke wahrnehmbar übergießt.
»Elfen …«
Sprach flüsternd Christopher, der mit hoher Geschwindigkeit an Philipp vorbeifährt, und vorbeiziehend kann Christopher schon Philipps erste Schlampigkeit im Seitenspiegel erblicken, der vorzeigend vorführt, dass

Lektor: Axel C. Englert

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