Hanebüchen

Bild von Monika Jarju
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Als ich das erste Mal komme, biege ich von der Hauptstraße ab, um dem abendlichen Strom der Passanten zu entgehen. Nichts deutet daraufhin, was ich im Möbellager, einem Gebäude aus rotem Backstein mit einer Laderampe und Stufen, vorfinden würde. Mir fällt die Stille auf, Schatten und Lautlosigkeit, und je mehr ich mich der Halle nähere, der strenge Geruch. Vor dem Lager stehen riesige Säcke, und durch die offene Hallentür sieht man die Vorhänge, die Nähmaschinen und die leeren Gänge. Doch keiner weiß etwas.

Eines Morgens überlege ich, ob die Firma mich zum Narren hält. Ich bin der Sache seit langem auf der Spur. Ich beschließe, die Halle aufzusuchen, das Geheimnis zu lüften. Ich warte, dass es elf Uhr wird und das Lager öffnet. Nach wenigen Schritten bin ich schon vor dem Backsteingebäude und die Einzige. Drei Stufen führen zur Rampe hinauf, von hier überblicke ich den offenen Raum. Kein Mensch in der Halle. Ich gehe ein paar Schritte einen Gang entlang.

Und da – hinter einem Vorhang eine Bewegung. Mit einem Ruck ziehe ich ihn zurück. Ich stehe vor einem Käfig und traue meinen Augen nicht. Unüberschaubare Käfige, wohin ich auch blicke, füllen die Halle. Hinter Gittern Giraffen, Elefanten und Löwen. Nichts rührt sich. Also hier verstecken die Chefs die Tiere, aus denen sie heimlich Polstermöbel herstellen!

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Kommentare

22. Jan 2021

Bei mir ist sehr viel Bier VERSteckt -
Frau Krause findet dies - perfekt ...

LG Axel

24. Jan 2021

Eine Geschichte, die ihr Geheimnis mit dem letzten Satz verrät. Klasse !
HG Olaf