Gedichte von Christian Morgenstern

Autor
Aus der Bibliothek

Ich hatte mich im Hochgebirg verstiegen.
Die Felsenwelt um mich, sie war wohl schön;…

„Laß den Helden in deiner Seele nicht sterben!“
Welkst du hin wie die Blume, der Baum im…

Bedenke, Freund, was wir zusammen sprachen.
War’s wert, daß wir den Bann des Schweigens…

Das bloße Wollen einer großen Güte
ist ganz gewiß ein hohes Menschentrachten.
Doch…

Das ist der Ast in deinem Holz,
an dem der Hobel hängt und hängt:
dein Stolz,

Es war einmal ein Lattenzaun,
mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.

Ein Architekt,…

Die zur Wahrheit wandern,
wandern allein,
keiner kann dem andern
Wegbruder…

Du hast die Hand schon am Portal
und tastest nach der Klinke Hand
(denn noch erhellt…

Du Weisheit meines höhern Ich,
die über mir den Fittich spreitet
und mich vom Anfang…

Wir müssen immer wieder uns begegnen
und immer wieder durch einander leiden,
bis…

Erblinden mag ich, sprach ich kühn, –
mir bleibt nichts Neues mehr zu schauen!...
Da…

Kaum daß sich, was sich einst von Dir getrennt,
in seiner Sonderwesensart erkannt,

Geschöpf nicht mehr, Gebieter der Gedanken,
des Willens Herr, nicht mehr in Willens Frone…

Nebel lag überm Land,
und die Bäume rauschten so sacht,
da gab mir deine liebe Hand…

„Ich will aus allem nehmen, was mich nährt,
was übereinstimmt mit mir längst Vertrautem;…

Leis auf zarten Füßen naht es,
vor dem Schlafen wie ein Fächeln:
Horch, o Seele,…

Dein Wunsch war immer – fliegen!
Nun naht dir die Erfüllung.

Zur Schönheit führt Dein Werk:
denn Schönheit strömt
zuletzt durch alle Offenbarung…

Nun wohne DU darin,
in diesem leeren Hause,
aus dem der Welt Gebrause

O gib mir Freuden, nicht mit dem verstrickt,
was ich als niedres Ich in mir empfinde,…

O ihr kleinmütig Volk, die ihr vom Heute
nicht loskommt, die ihr meint: so ist es, war es…

O Nacht, du Sternenbronnen,
ich bade Leib und Geist
in deinen tausend Sonnen –

O wie gerne lern ich Milde,
liebes Herz, von deinem Munde,
folge dir in stillem…

Sieh nicht, was andre tun,
der andern sind so viel,
du kommst nur in ein Spiel,…

So wie ein Mensch, am trüben Tag, der Sonne
vergisst, –
sie aber strahlt und…

Stör’ nicht den Schlaf der liebsten Frau, mein Licht!
Stör' ihren zarten, zarten Schlummer…

Überwinde! Jede Stunde,
die du siegreich überwindest,
sei getrost, daß du im Pfunde…

Verlange nichts von irgendwem,
laß jedermann sein Wesen,
du bist von irgendwelcher…

Was klagst du an
die böse Welt
um das und dies?
bist du ein Mann,
der…

Wer vom Ziel nicht weiß,
kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis
all…