Heimatlos - in memoriam Mascha Kaléko

Bild von Annelie Kelch
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Ich möchte lieber eine dieser Wurzellosen sein,
die ihre Heimat unsichtbar im Herzen tragen.
An vielen hängt die sogenannte 'Heimat' wie ein Stein:
Die Waage zeigt zwar Glück, doch schwerer wiegt das Unbehagen.

Es kam nicht alles, wie du es erhofft: Der Weg, den du gegangen
bist, zwang dir ein fremdes, ungewolltes Schicksal auf.
Das Leben war ein Drahtseilakt für dich, ein schwierig Unterfangen,
wie blind und taub schobst du die Steine aus dem Weg – ein Hürdenlauf.

Die Zeit verging – nun bist du endlich, endlich angekommen:
In deinem Herzen wohnt ein Friede, den du nie zuvor gekannt;
die Angst vorm Sterben hat er dir schon längst genommen
und zwischen dir und Heimatlosen webte er ein Freundschaftsband.

geschrieben am 01.03.2017 für Mascha Kaléko

Eine der Brücken über der Trave; Lübeck, Foto: Annelie Kelch
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Kommentare

02. Mär 2017

Hallo Annelie,
sie schrieb mal und das kann ich heute noch auswendig sagen:
" Man braucht nur eine Insel
allein im weiten Meer.
Man braucht nur einen Menschen,
den aber braucht man sehr. "

Dein Text ist eine wundervolle Hommage
an Mascha Kaleko.

Gruß Volker

02. Mär 2017

Ja, Mascha Kaléko hat ganz erstaunliche Sachen geschrieben -
und ist sehr mutig gewesen. Ich habe alles von ihr gelesen - auch die Sekundärliteratur.
Danke für deinen freundlichen Kommentar.

Liebe Grüße
Annelie