Asylanten

von Jürgen Wagner
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Ein Abraham nach Kanaan
ein Joseph nach Ägypten kam
Ein Jesus dort in Bethlehem
war einquartiert ganz unbequem

Wir könnten das auch selber sein,
ein Fremder, der nicht mehr daheim,
der neu in einem fernen Land
von vorn beginnt, ganz unbekannt

Wir feiern jährlich dieses Fest
von der Familie, die gestresst
kein Haus mehr fand und keine Rast
ein Kind gebiert in aller Hast

das uns noch heute Licht der Welt,
ein Liebesbote, Gottesheld,
der selber hatte keinen Ort
sich hinzulegen mit Komfort

2015

2015

"Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen" 2. Mose 22/20
„Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels haben Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt hinlege“ Matthäus 8,20

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Kommentare

01. Apr 2016

Für Christen ist er heut noch wichtig,
dran zu erinnern bleibt da richtig.

01. Apr 2016

Das Christentum ist so tief in unserer kollektiven Seele verankert, da mag man an diesem aktuellen Brennpunkt doch gerne mal daran erinnern. Jürgen

17. Nov 2016

Ein gutes und wahres, vielleicht auch ein Weihnachtsgedicht.
LG marie

18. Nov 2016

Ja, es passt in diese späte Zeit des Jahres, wo man einander, ein Zuhause und einen warmen Ofen dringend braucht. Danke! LG! Jürgen

18. Nov 2016

Danke für Deine Rücksicht! Mir ging es vor allem darum, die anzusprechen, die mit diesen alten Geschichten existentiell umgehen und vielleicht noch gar nicht realisiert haben, dass auch unsere religiösen Erzählungen voll sind von dieser 'Migrationsthematik', wie wir das heute so verhüllend nennen. Und da Weihnachten nicht mehr so weit weg ist, ist natürlich die Geschichte des jungen Paares, das unterwegs ein Kind erwartet, aber nirgendwo mehr einen Platz findet, naheliegend. Kein Mensch weiß ja, wann und wo Jesus tatsächlich geboren wurde - es handelt sich um einen Mythos und ein Fest. Aber dass zur Wintersonnenwende das Licht in tiefster Nacht neu geboren wird und wir auch in unsererm Leben solche Erfahrungen machen, dass sich manchmal gerade dort etwas wendet, wo wir das Hoffen eigentlich schon aufgegeben hatten, macht diese Zeit schon sehr besonders. Man muss da an keinen Heiland glauben, um das zu feiern - finde ich. Grüße von Jürgen