Das Kätzchen und die Stricknadeln

von Jürgen Wagner
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Da auf dem Zaun, da stand die Katze,
miaute kläglich in die Welt
Die Frau, die nahm sich ihrer an,
sie selber hatte wenig Geld

Doch nahm sie sie in ihre Schürze
und trug sie mitleidvoll nach Haus
Die Kinder wollten sie gleich haben
Da wurde aber nichts daraus

Sie gab ihr erst mal Milch zu trinken
Die Katze wurde schnell gesund
Sie labte sich in vollen Zügen,
verschwand dann aber ohne Grund

Die Frau ging wieder Holz zu sammeln
passierte auch die alte Stell'
Da stand nicht weit die hohe Dame
die winkte ihr, nur ihr speziell

Fünf Nadeln warf sie in die Schürze
von dieser armen, guten Frau
Die dankte für die kleine Gabe,
sie wusste nicht so ganz genau

wieso ihr solches widerfahren.
Sie legte sie nur auf den Tisch
und fand am Morgen ein paar Strümpfe,
so schön gestrickt und sauber frisch

Sie staunte über alle Maßen
und wiederholte das zur Nacht
Die Nadeln strickten fleißig weiter
und wieder ward ein Paar gemacht

Sie wusste nun, was da geschehen
und fand sich selbst so reich beschenkt
Sie hatte künftig wenig Sorgen,
denn Strümpfe gab‘s nun unbeschränkt

2017 - nach einem Märchen von L. Bechstein aus dem Sagenkreis der Frau mit der Spindel, der Frau Holle (altnordisch Frau Frigg)

Veröffentlicht / Quelle: 
Unsere Märchen und Sagen und biblische Geschichten - Eine Begegnung in Gedichten und Texten und Bildern von Maria Khan
© Maria Khan

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