Schatten-Haft

von Alf Glocker
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Schattenhaft, im Sein verwoben,
steht das zarte Grauen auf -
und es findet Unteres oben,
probt den Widerstand zuhauf.

Aber in den falschen Wirren -
Vergangenheit ist alles doch -
fängt der Geist an abzuschwirren,
der am Boden ständig kroch.

Nichts gewahr von jenen Spuren,
die der Zeitstrom hinterließ,
folgt er sorgsam den Torturen,
denn ihm war nur Trug gewiss!

Dieses Werden, was da gärt,
ist geheimnisvoll verschlossen,
brauchbar, dem der unbeschwert
dämlich ist und unverdrossen.

Voraus ist unwirklich – gewesen!
Will da jemand Schritte lenken?
Kann man seine Spuren lesen?
Kann wer unabhängig denken?

Liegt die Täuschung dem zugrunde,
das wir alle sehen (wollen?)
Die Wahrheit ist in aller Munde??
Wem ist Achtung wohl zu zollen?

Einem Firlefanz aus Stangen,
die den Käfig für uns bilden?
Entscheidungsfreiheit zu verlangen
führen wir in unseren Schilden.

Aber die Instanzen toben,
die über uns den Zweck bestimmen.
Alles Gute kommt von oben?
Der Sinn ist ständig hin zu trimmen.

Hinter unseren Rücken zeitigt
sich das große Welt-Geschehen -
und egal wer sich verteidigt:
er muss fremde Wege gehen!

Alles abgesprochen, nur gemacht,
für die Ziele in ein „Wo?“,
war's geplant und ausgedacht:
Irgendwer spielt hier Yo-Yo ...

Denn sie ist nur schnöder Schein:
die Existenz, die jeder spürt.
Und der Mensch darin ist klein,
stets aufs glatte Eis geführt!

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