Spur in einem Wanderherz

von Willi Grigor
Mitglied

Manche Orte mag man leiden,
andre will man lieber meiden.
Städte, die man an sich bindet,
sucht man nicht, man sie nur findet.
Solche gibt's im Land, am Meer,
folgende ich gern mag, sehr:

Düsseldorf und Dinkelsbühl
- mit Segringen, dem Kindheitsort -
gaben mir das Menschgefühl.
In Hamburg sowie Rosenheim,
Biblis, Worms und Krottenmühl
war ich fremd und doch daheim,
in Erlangen noch jung, nicht zahm,
in Ravensburg die Liebe kam,
das erste Heim war Königstein.

Deutschland gab mir viel, nicht alles,
so folgte ich dem Ruf des Schalles.

Zum Norden mich die Liebe nahm,
ganz leis wurd alles und ich zahm.
Gimo und dann Östhammar,
gar nicht weit von Uppsala.
Karlstad, Molkom, diese beiden
sind für mich zwei Augenweiden.
Vallda, Falun, Oskarshamn,
Säffle auch, in Gottes Nam'n.
Du, Åmål, mein Endpunkt bist,
die Liebste hier geboren ist.

Auch weit weg von diesen Ländern
gibt es Städte, wer will's ändern.
Städte, die mich an sich zogen,
die ich liebe, ungelogen.
Canberra, Noosa, Adelaide
Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth,
Hobart, Redcliffe, Singapur,
Auckland, Nelson, Wellington
legten alle eine Spur
- wie die andren Freunde schon -
fühlbar in mein Wanderherz.

© Willi Grigor, 2017
Aus dem Leben

"Meine" Städte, Orte in denen ich mich zuhause fühle, sobald ich an sie denke.

Segringen: Dorf bei Dinkelsbühl, Bayern
Krottenmühl: Dorf am Simssee, Bayern

Siehe auch:
literatpro.de/gedicht/120717/heimat-ist-kein-singular

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Interne Verweise

Kommentare

02. Okt 2017

Manch eine Stadt sucht gar die Leute -
Schnappt sie sich, als schiere Beute ...

LG Axel

02. Okt 2017

Eine wunderbare Spur durch die Welt.
Toller Text von einem Chefdirigenten der Wörter.
Gern gelesen und mitgereist.
LG Volker

03. Okt 2017

Danke Axel und Volker für die positive Reaktion und das Mitreisen.

Herzliche Grüße
Willi