Der verschlafene Schluss

von Alf Glocker
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Es wird zur Geborgenheit gebauscht,
was melancholisch machen muss!
Da werden Fakten ausgetauscht –
damit die Rechnung wieder stimmt,
sieht man das Böse gut getrimmt.
Die Wahrheit bleibt zum Todeskuss!

Komm, hauch mir Odem ins Gesicht,
den, der mich gleich vergessen macht,
und führ mich grausam hinters Licht,
damit ich mich nicht furchtbar gräme
(was mir die Lust zum Leben nähme),
sei mir ein Trost zur Höllennacht!

Verdreh mir auch mein Weltbild so,
daß ich nichts, wie es ist, erkenne!
Das macht mich leidenschaftlich froh,
lässt mich wie auf Wolken schweben,
nein, denken will ich nur daneben –
ich fühle mich hier nicht im Zoo!

Was da so um mich tobt und rauscht,
das taugt mir nicht für den Verdruss,
denn wer gekonnt auf gar nichts lauscht,
der hat den schönsten Bogen raus –
der weiß nichts, aber kennt sich aus …
und der verschläft den Schluss!

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Kommentare

05. Jul 2018

Wir können uns vor lauter Harmlosigkeiten gar nicht mehr retten...

LG Alf