Hundert Jahr

von * noé *
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Getrottet bin ich ohne Rast
inmitten all der andern,
verloren war die Anfangshast,
nur wandern, wandern, wandern ...

Ein jeder Tag dem vor'gen gleicht,
im Regen hier im Feld,
bis auf die Knochen schon durchweicht,
vom Hunger arg gequält.

Das Leben selbst wird so zur Last,
das Sterben gar versüßt -
wortlos verschlingt uns der Morast,
bevor ein Tod uns frisst.

Die Kugel, die der Feind geschickt,
die das Gebein durchschlägt,
den letzten Schrei hat sie erstickt,
bis Schweigen sich gelegt

auf diesen Brunnenschacht der Zeit.
Ein jeder nun allein.
Der Tod stand bleiern schon bereit -
und Stille sickert ein ...

noé/2015

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Kommentare

03. Dez 2015

Ein starkes Bild, das schwer bedrückt -
Doch auch den Leser sehr entzückt...

LG Axel