Glaskopffisch

von * noé *
Mitglied

Ich schwebe, schwebe in der Tiefe –
bis 3 Kilometer unter Licht –,
und wenn mich auch ein Forscher riefe:
Hier unten hörte ich es nicht.

Wie man sagt „tief unter dem Meer“
umgibt mich fast nur Dunkelheit.
Ich liebe dieses Dunkel sehr –
trotz allem sehe ich sehr weit.

Ich habe hier die freie Wahl,
weil ich der bin, der alles sieht,
sogar den allerletzten Strahl,
der sich zu mir herabbemüht.

Denn meine Kopfhaut ist wie Glas,
die Augen strahl’n nach oben ab,
wohin ich schau, ich sehe das,
wofür ich grad Interesse hab.

Das Plankton raube ich der Qualle –
da meine Augen frei rotiern,
entgeht mir nichts, ich finde alle –
was also soll mir groß passiern ...

© noé/2018

Den Fisch anzusehen lohnt sich!
Seine Augen sind die beiden grünen Halbschalen in seinem durchsichtigen Gallertekopf, der so empfindlich ist, dass er bei Kontakt mit einer Aquarienwand einfach zerplatzen würde.
Der Fisch ist eine Google-Suche wert: "Galileo - Bildgeschichte durchsichtiger Fisch" ...

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