ist der tod eine falltür

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lass die raben auf den feldern aasen
im nebel sehen sie wie totengräber aus
kartoffelfeuer fegen letzte reste weg

wir flechten blumen ins allerheilige
gießen öl ins ewige licht auf dass es
bis zum jüngsten tag brennen möge

wir sind alle hier nur kurz eingelebt
lauschst du aber lange genug hörst du
wie sich die welt in den angeln dreht

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Kommentare

05. Jul 2018

Ein gutes Gedicht, Manfred. Wolf Biermann hat in der Übersetzungs eines Gedichts von Louis Aragon geschrieben: "...und kaum hab ich das Leben gelernt, schon ist 's vorüber ..." Das Gedicht von Louis Aragon heißt auf Deutsch: "Glückliche Liebe gibt es nie" (Il n'y a pas d'amour heureux) - und ist wirklich sehr schön. Daran hat mich Dein Gedicht eben erinnert.

Liebe Grüße,
Annelie

05. Jul 2018

Hallo Annelie,
Wolf Biermann kenne ich hauptsächlich als Liedermacher.
Auch wenn sich mein Text mehr mit dem Tod auseinandersetzt, schwingt natürlich auch die Frage nach der Liebe mit. Ist sie mit dem Tod zuende oder wartet sie hinter der Tür?
LG
Manfred