Die Kiefer

von Jürgen Wagner
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In der Erde tief gegründet
mit dem Lichte hoch verbündet

Wunschlos und zurückgenommen
wird auch Schwierigstes begonnen

Anspruchsarm hat sie gesiegt
Überall ist sie beliebt

trotzt den Stürmen
ragt gleich Türmen

trägt die Härten
schmückt die Gärten

2013-16 Im Volksmund wird die Kiefer auch Föhre, Forche, Kienbaum genannt. Ihr Name “Kiefer” entwickelte sich vermutlich aus dem Wort “Kien,” dem Span, der zum Feuer machen diente. Einst bildeten die Kiefern fast die Hälfte unserer gesamten Waldfläche. Dies rührt daher, dass dieser Baum auch auf den magersten Böden wächst und überlebt. Kiefern werden bis zu 50 Meter groß und rund 600 Jahre alt. Die sog. Grannen-Kiefern gehören mit einem Alter von über 4000 Jahren zu den ältesten Lebewesen der Erde.
Für manche Menschen gibt es fast nichts Schöneres als eine Kiefer unter blauem Himmel: die junge fuchsrote Rinde, das Grün der Nadeln, der Hauch japanischer Gärten, der einzigartige Geruch, vor allem, wenn geschlagenes Holz am Weg liegt. Kiefern sind weltweit die wichtigsten Baumarten der Forstwirtschaft. Die Kiefer ist (wie die Birke) ein typischer Pionierbaum. Hinzukommt, dass Kiefern Tiefwurzler sind und dadurch relativ gut Stürmen widerstehen können. Sie sind nicht sehr konkurrenzfähig, wachsen aber auch dort, wo keine anderen Bäume mehr sind, trotzen kärglichen Sandböden und felsigen Orten ebenso wie großer Hitze und frostigem Wind.
Sie können auf Extremstandorten mit wenig Erde oder Wasser existieren, weil sie dort von konkurrierenden Baumarten nicht verdrängt werden können.

Veröffentlicht / Quelle: 
Aus 'Baumgedichte' - Berlin 2014
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