An der Schnur

von Alf Glocker
Mitglied

Ich träume meine Liebe und verwandle
mich dabei in ein buntes Fabeltier!
Und wie ich danach denk und handle,
das liegt bei weitem nicht bei mir.

Denn etwas um mich, in mir, das regiert
mich, elend, ohne all mein Wissen.
Wohin mich dann die ganze Schose führt,
werd ich sehen, wenn wir mich vermissen.

Wir, das sind die vielen schrillen Seiten,
die in mir wie ein lauter Wildpark walten.
Sie werden mich ein Leben lang begleiten.
Ja, sie bestimmen sogar mein Verhalten.

So bin ich frei zu tun, was andere wollen,
die in mir herrschen: strenges Regiment!
Da hilft kein Toben oder Schmollen,
weil über mir die alte Wahrheit brennt:

Du bist ein Kind der Sonne und dein Leib
ist ausgeliefert allen Mächten der Natur –
nur ein Ergebnis davon ... Mann und Weib.
Und alle tanzen brav an einer Schnur!

Veröffentlicht / Quelle: 
auf anderen webseiten

Buchempfehlung:

Rechtshinweis:
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich oder durch Copyright geschützt und darf ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Interne Verweise

Kommentare

07. Mai 2017

Sehr geil..Hoher Anspruch!
Und sowas noch im Takt der Reime
Den Poeten lob ich hiermit
Das schlägt beim lesen, schon voll ein!

LG D.R.