Doppelpack

von Soléa P.
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He, Mann, wie siehst du denn aus
könntest dich mal waschen
riechen tust du katastrophal
und wechsle mal die Sachen.

Die Haare kleben schon am Kopf
halten wohl dein Hirn
warum ist nur der Zug so voll
den Mief hier findet keiner toll …

Habe leider kaum die Wahl –
dreh mein Gesicht um 90° –
doch da steht ja noch ein Double
nur panisch ich nach Frischluft suche
aber der Weg, er ist weit ...
ich tue mir schon selber leid.

Fasse in meine (Notfall)Tasche
darin ein Tuch mit Wohlgeruch –
das lege ich auf Mund und Nase
atme ruhig, tief – a u s und e i n –
vielleicht ist der Schrecken gleich vorbei
und der Kerl verlässt das Abteil.

Nimmt seinen Kumpel auch gleich mit
zwei Chaoten, unter denen man litt
die Welt könnte so fein sein …

Mit gepflegter Sauberkeit
fängt man auch keine Flöhe sich ein –
wer nicht stinkt, hat bessere Karten
denn man wird viel lieber beachtet.

Quelle: Pixapay, verändert .
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Kommentare

06. Mai 2018

Die Krause meint, Dreck sei "Natur"!
(Ergo putzt sie auch nicht die Spur ...)

LG Axel

06. Mai 2018

Zum Teil hat sie ja da auch Recht –
Putzt deshalb auch nicht so fachgerecht …

Liebe Grüße
Soléa

06. Mai 2018

Sofern für jeden Menschen auf dieser Welt eine Dusch- oder Waschgelegenheit bereitstünde, hätte ich Verständnis für Dein Gedicht, liebe Soléa. Aber dem ist leider nicht so. Und deshalb bewundere ich jene Ärzte und anderen Helfer, die diese Menschen trotz mangelnden Wohlgeruchs medizinisch - und darüber hinaus kostenlos - behandeln.

Liebe Grüße
Annelie

06. Mai 2018

Wieder freue ich mich über deinen Kommentar, Annelie. Ich schreibe hier über „Zwei“ die sich nicht waschen wollen, obwohl sie
es könnten, denn ganz Mittellos sind die nicht, sie reisen mit der Bahn. Außer sie tun es schwarz, davon ist hier aber nichts erwähnt. Und was die Waschgelegenheit betrifft, sind, außer vielleicht in der dritten Welt, diese Möglichkeiten bei uns hier gegeben. Auch ich habe große Achtung vor Helfer und Ärzten, aber auch dieser (Wunsch)Beruf hat, wie viele Arbeiten,seine unangenehme Seiten, doch das dürften die Anwärter darauf, wohl in ihrer Ausbildung erfahren und kennengelernt haben

Liebe Grüße
Soléa

06. Mai 2018

Liebe Soléa, wenn Menschen sich bewusst nicht waschen und entsprechend "duften", sind sie eine Zumutung für ihre Mitmenschen, man meidet sie. In der Arztpraxis saß neben mir mal ein Mann, der (aus diesem Grund) so einen penetranten Körpergeruch hatte, dass ich mein Mitgefühl drosselte und den Platz wechselte - mit schlechtem Gewissen, denn ich wusste ja, er lebte auf der Straße und hatte wenig Gelgenheit zum Duschen. Ich wünsche Dir einen Frühlingssonntag - mit viel Blumenduft.

Liebe Grüße - Marie

06. Mai 2018

Liebe Marie, meine Frauenärztin, kann ein Lied darüber singen. Es gibt halt solche und solche …

Viele liebe Grüße
Soléa

06. Mai 2018

Liebe Soléa, ich freue mich, dass Du Dich mit meinem Kommentar befasst hast. Ich mag müffelnde Menschen, rein oberflächlich betrachtet, auch nicht, aber: Es gibt auch Menschen, und das darf man eigentlich nicht vergessen, die derart depressiv, sprich: krank sind, dass sie nicht an Reinlichkeit mehr denken (können). Ich weiß das, weil ich mich im Rahmen eines Studiums sehr lange damit befasst und dementprechende Erfahrungsberichte dazu gelesen habe. Glücklicherweise blieb ich von dieser Krankheit, die (fast) jeden Willen lähmt, verschont, aber das Nachempfinden gelingt mir. - Gleichwohl sind mir "Stinker" immer noch angenehmer als sogenannte "Stänker", die ja auch irgendwie "krank" sind, aber auf eine sehr unangenehme Weise, wie sich immer wieder herausstellt.

Liebe Frühlingsgrüße,
Annelie

06. Mai 2018

Gerne liebe Annelie. Du hast mal in einem Kommentar erwähnt: „Es gibt hier in Deutschland psychologische Betreuung, sofern man dazu bereit ist, sich helfen zu lassen.“ … das würde ich dann einem hier Betroffen gerne ans Herz legen wollen, oder wenigstens ihn über diese Möglichkeit informieren.

Liebe Grüße
Soléa

06. Mai 2018

Liebe Soléa, ja, das ist richtig. Aber viele psychisch Kranke sind leider gar nicht in der Lage dazu, fachliche Hilfe zu konsultieren. Sie leben wie unter einer Glasglocke. Es ist praktisch nur noch ein geistiges Dahinvegetieren. Dazu gehören a u c h viele Menschen, die auf der Straße leben.

Liebe Grüße,
Annelie

06. Mai 2018

… ich schrieb aber nicht von denen, Annelie. Weder von psychisch Kranken, noch von Obdachlosen, das würde ich mir so, gar nicht erlauben.

Viele Grüße
Soléa

06. Mai 2018

Kann man das so genau erkennen, ohne mit denen gesprochen zu haben? Depressive erkennt man nicht auf Anhieb, man muss schon ein paar Worte mit ihnen gewechselt haben, und selbst dann ... deshalb würde ich mir nie erlauben, etwas über Menschen zu schreiben, die unangenehm riechen. Es sind leider eh meistens Verlierer, und denen sollte man entweder helfen oder sie in Ruhe lassen. Man kann sich ja wegsetzen, sofern man den Gestank nicht aushält. So halte ich es, unauffällig, versteht sich.

Liebe Grüße,
Annelie

07. Mai 2018

Unauffällig, anonym, angepasst ist heute weit verbreitet. Jeder Mensch, hat mehr oder weniger schon in Verliererposition gesteckt und musste sich dort wieder raus schaffen. Ich tue auch keinem was, aber übel riechen muss heute keiner mehr. Ich denke, es wäre der Welt, mit offenen Worten und Meinungen bedeutend mehr geholfen, als unauffällig wegzusehen. Und Annelie, meine Gedichte sind keine Biografien, Tatsachenberichte, Doktorarbeiten, es sind Gedichte aus dem Leben, tragen die Handschrift von erlebten, gehörten, gelesenen und gesehenen. Mehr nicht. Darum bin ich überrascht das du so auffallend ehrgeizig und belehrend meine Zeilen analysiert und interpretierst . Jede/jeder schreibt nach ihrer/seiner Fasson und das sollte von allen respektiert und akzeptiert werden … oder, man überspringt den Autor.

Grüße
Soléa

07. Mai 2018

Liebe Soléa, ich glaube, dass Du Dich ganz gewaltig irrst. Ehrgeizig bin ICH ganz gewiss nicht - ich stehe nur immer auf Seiten der Kranken, der Loser, der Benachteiligten ... und wenn man nicht mehr die Kraft aufbringen kann, sich zu waschen, was sehr vielen seelisch Kranken eben in manchen Phasen nicht gelingt (die Reinlichkeit), wäre ich ganz gewiss der letzte Mensch, der darüber urteilen würde, geschweige denn, ein Gedicht schriebe. Ich kritisiere, damit unsere Leser nicht in eine falsche Richtung driften. Es wird wohl kaum jemanden geben, der gerne unappetitlich riecht, viele Menschen schämen sich auch ihrer Schwäche ... und "halten wohl dein Hirn ..." ist ganz einfach "underdog" und fies geschrieben und stellt für viele sozial Benachteiligte, die jeden Pfennig umdrehen müssen und obendrein noch krank sind, eine Beleidigung sondergleichen dar. Damit muss man nicht noch einen Blumentopf gewinnen wollen. Man schweigt halt darüber oder hilft.

Annelie