Steine sind heilig

von marie mehrfeld
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Steine sind Ursubstanz der Erde und ihr Gedächtnis von Anbeginn. Kommen von fernen Sternen und begleiten Lebewesen und unseren Planeten auf dem Weg bis zum Ende. Werkzeuge waren sie und erste Waffen, als ihre Zeit war. Zerrieben von Wasser und Wind werden sie zu Sand und wehen über Länder und Meere. Tieren, Pflanzen und Menschen bieten sie Schutz und Halt. Ohne sie keine Häuser, Altäre in Domen und Tempeln. Magische Träger der Weisheit sind sie und Sphärengesang. Rollen können sie, geben Anstoß, schützen und töten uns. Steinige ihn! Wer wirft den ersten Stein? Wir stehen auf ihnen, liegen unter ihnen. Kraft und Ruhe strahlen sie aus. Wollen heilen, wärmen, streicheln. Seelenschmeichler sind sie, stimmen uns friedlich und feindlich, verhindern und fördern Kriege und Siege. Auf Gräbern und Plätzen liegen und stehen sie, halten Erinnerung, Geschichte und Geschichten wach. Wir lieben sie. Ohne sie ist nichts. Wenn wir nicht mehr sind, werden sie sein, Zeugen unseres Handels, Wandels – und unseres Versagens. Ja. Steine sind heilig.

Die Grube Messel liegt im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen und ist ein stillgelegter Ölschiefer-Tagebau. Sie hat eine Tiefe von 800 m und ist der Fundort von fossilen Säugetieren in Schiefergestein, die bis 48 Mio. Jahre alt sind. Wegen der hervorragenden Qualität der dort geborgenen Fossilien aus dem Eozän wurde sie 1995 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt.

Foto: Fundstück aus der Grube Messel, Quelle: Wikipedia

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92 Seiten / Taschenbuch
EUR 9,50

Interne Verweise

Kommentare

06. Sep 2017

Danke, Axel.
Von Steinen bin ich gerne umgeben,
sie strahlen aus und erhalten Leben.

LG - Marie

06. Sep 2017

Liebe Marie, mein jüngstes Kind hat früher auch Fossilien gesammelt - mit großer Begeisterung und bereits schon im Kindergartenalter. "Kronsberg" hieß das Gebiet in der Nähe von Hannover, wo man nach längerer Suche und mit viel Glück Steine mit Abdrücken von Tieren und Pflanzen finden konnte. Vielen Dank für deine interessante Hymne auf unsere Steine, darauf wir bauen können.

Liebe Grüße,
Annelie

06. Sep 2017

Vor meinen Büchern im Regal liegen einige Steine mit unterschiedlichen Prägungen,sie sind eindrückliche Zeugen der Zeit und stammen aus der Grube Messel, dort konnte man vor einiger Zeit noch selber suchen. Ja, wir können "darauf bauen".

Lieben Gruß und Dank - Marie

06. Sep 2017

So ist es, liebe Marie und wir tragen sie in Taschen, drehen sie in unseren Händen weil sie und gut tun. Sie schmeicheln der Seele, die Schmeichelsteine.

LG Luise

06. Sep 2017

Danke, Luise. Steinen werden heilende Wirkkraft zugeordnet, der grüne Turmalin soll Herz, Venen und Arterien stärken und den Sauerstoffaustausch in der Lunge anregen, schon die alten Griechen verehrten den Bernstein wegen seiner angeblich elektrostatischen Eigenschaften, den Bergkristall setzt man gegen Kopfschmerzen ein, ich trage immer einen kleinen runden Stein in der Tasche, der mich in allen Prüfungen meines Lebens sicher begleitet hat, er ist mein Glücksstein. Diese Palette kann man vielfach erweitern ...

LG - Marie

06. Sep 2017

Hallo marie, Du hast zwischen jeder Zeile eine Leerzeile. Das erschwert das Lesen ungemein und soll bestimmt auch nicht so sein. LG

06. Sep 2017

Die Leerzeichen sind ein bewusst eingesetztes Mittel,
ich versuche es mal ohne sie, danke für den Hinweis.
LG - Marei

06. Sep 2017

Danke! Sieht gleich viel besser aus und lässt sich wunderbar lesen! :) Ist ja nur im Sinne Deiner Beiträge. Am Monitor eignen sich manche Mittel nicht - letztlich ist es kein Blatt Papier. Über Handy wird sowas gleich ganz verworren und immerhin kommen mittlerweile mehr als die Hälfte aller Leser über mobile Geräte auf die Website. LG

06. Sep 2017

Da bringst Du mir eine interessante Bedeutung von Steinen in den Abend, liebe Marie. Sicherlich werden sie 'uns' - wenn es sein soll und kann - überdauern und ihre magischen Geschichten weiteren Generationen erzählen. Eine schöne Perspektive.

LG Monika

06. Sep 2017

Danke. Hoffentlich hast du recht mit der "schönen Perspektive", liebe Monika. Wenn man angefangen hat, über Steine nachzudenken, fällt einem viel ein. Aus der Botschaft der Trümmersteine zerbombter Städte nach dem letzten Krieg meinten wir gelernt zu haben – nie wieder Krieg, Waffen zu Pflugscharen. Nur 70 Jahre danach wird weltweit wieder hoch gerüstet. Und unser Land verdient daran. Wenn wir außerdem die Natur dieses Planeten weiter so misshandeln und ausbeuten, dann geht es der Menschheit vielleicht so, wie es Erich Kästner in seinem Gedicht „Das letzte Kapitel“ beschreibt, das du vielleicht kennst, dann werden die Steine der Erde viel zu erzählen haben. Fragt sich nur, wer ihnen zuhört. Bleibt die Hoffnung, dass es nicht so kommt.

Liebe Grüße - Marie

06. Sep 2017

Steinalt und Weise….
da müssen wir zuerst mal hinkommen!

Sehr schön hast du den Stein ins Rollen hier gebracht, liebe Marie.
Einen schönen Abend und liebe Grüße
Soléa

06. Sep 2017

Liebe Soléa, das mit dem "Stein ins Rollen bringen"hatte ich vergessen, sollte ich noch integrieren, danke dafür -
liebe Abendgrüße zurück - Marie