Die laute Stille

von Alf Glocker
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Laut, laut, es ist kein Laut!
Die Nacht wird meinen Wunsch erfüllen!
Sie ist so unwahrscheinlich klar.
Der Himmel hat sich aufgebaut -
und er entgegnet meinem Willen:
„Ich bin erfüllt und ich bin wahr“.

Doch seine Tiefe fährt mir in die Glieder.
Was steht da sprechend vor der Seele?
Ich horche hin und fühl' das Tosen!
Die Furcht vor allem drückt mich nieder -
und welchen Fleck ich mir auch wähle:
mein Glück ist kaum noch auszulosen!

In vielen dunklen Stellen ist kein Segen!
Ein blaues Wölkchen zieht vorbei,
und ich bin wieder einmal offen!
Trotzdem kann ich mich nicht bewegen -
bin ich am Ende gar nicht frei?
Mein ganzes Leben ist betroffen!

Und wie im Marschtritt gehen Stunden!
Und wie ein Fluch legt meine Reise
die ganzen Spuren frech zutage!
Ich habe meinen Weg gefunden -
er sagt mir missverständlich leise:
„Ein stolzer Sieg kommt nicht infrage!

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Kommentare

07. Apr 2016

Manch stolzer Sieg dünkt wenig wichtig -
Doch Kunst zu machen bleibt ganz richtig!

LG Axel

01. Jun 2016

"Bin ich am Ende gar nicht frei?" ist nach "Sein oder Nichtsein" die Frage der Fragen...
die sich die meisten Menschen gar nicht stellen und wenn ja, dann nur höchst ungern bentworten..
Ein sehr starkes Gedicht, Alf, das mir sehr imponiert!
lG
Anouk