Schrille Welt

von Soléa P.
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Wie lange zieht sich Leben hin
in Schatten und in Licht
macht es überhaupt einen Sinn
was ist nichtig und was hat Gewicht?

Knochen werden brüchig sein
der Kopf verliert an Wissen
Glieder schleppen sich wie Stein
erkennt nicht mehr die vertrauten Kulissen.

Wunderlich wird man begafft
kämpft mit seiner Welt
was Unverständnis auch Abneigung schafft
und aus Norm und Raster fällt.

Die Würde wird klein und mickrig werden
windet sich wie ein Aal
Angst kriecht hoch vorm alleine Sterben
die schrille Welt lässt keine Wahl...

Quelle: Privat/ Verlassenes Haus auf Mauritius
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Kommentare

07. Jul 2017

Licht und Schatten das ganze Leben lang, und am Ende wird es mühselig. Das stimmt.Doch ich denke, im Alter kommt als Ausgleich eine gewisse Gelasseneit dazu, die es leichter macht, die Maleschen zu ertragen.

Liebe Grüße - Marie

07. Jul 2017

Guten Morgen liebe Marie,
da gebe ich Dir zum größten Teil Recht! In meinem Umfeld ist ein seit 55 Jahren verheiratetes Paar. Er: noch recht fit. Sie: verschafft, krumm und klein geworden, packt kaum noch die Töpfe auf den Herd zu stellen. Er: hilft anderen. Sie: weint und geht früh erschöpft ins Bett. Trotz Zweisamkeit ist Sie allein und ich denke, was ist mit all denen, die keinen Partner haben? Sie werden angewiesen und abhängig sein, was nicht traurig enden muss, aber kann... Und ich wünsche mir sehr, das es von diesem Paar und diesen Menschen, tatsächlich nicht viele gibt!!

Viele liebe Grüße und einen schönen Samstag
Soléa

07. Jul 2017

Hallo Soléa

Mit Deinem schönen und zum nachdenklichen anregenden Gedicht zeigst Du auf wie das älter werden -> alt sein, sein kann.

Die Zustände in Deiner Nachbarschaft regen Dich zu recht auf und sicher gibt es noch einige Menschen mehr dieser Sorte wie der Herr und ich kann nur hypothetisieren was seine Triebfeder ist sein "Glück" bei anderen zu suchen als seiner Frau unterstützend beizustehen.

LG Luise

07. Jul 2017

Guten Abend Luise,
danke für Deinen Kommentar. Ich kenne die beiden etwas näher, so, das ich behaupten kann das es beim Herrn Gleichgültigkeit ist. Aber auch die Dame hat das Dilemma vorangebracht, Sie übertrug ihm nie irgendwelche Pflichte obwohl er durch Frührente Zeit dazu gehabt hätte. Doch die Liebe und Achtung scheint auf der Strecke geblieben zu sein...

Liebe Grüße
Soléa

07. Jul 2017

Alter und Krankheit will man nicht sehn:
Unsre Gesellschaft ist jung und schön ...

LG Axel

07. Jul 2017

Schön kann auch das Alter sein
vor allem, man ist nicht allein...

Liebe Grüße
Soléa

07. Jul 2017

Drum trimm dich und halte dich fit, Soléa,
und zögere das Alter so weit wie möglich hinaus:
Die Pflegeheime werden dadurch entlastet auch
und auch so manches Krankenhaus;
man arbeite und jammere nicht gleich bei Beschwerden:
Es gibt so viele, die durch das "ich muss" sehr alt oft werden -
bei guter Gesundheit gar; man hofft auf einen Herzschlag,
der kurz und knapp das Leben beendet auf Erden.

Ein gutes Gedicht, Soléa. S i e hat es nicht rechtzeitig
geschafft, sich von ihm zu lösen. Jetzt ist es wohl leider
zu spät.

Liebe Grüße,
Annelie

07. Jul 2017

Die Dame, die erwähnt, ist über siebzig, mit arg krummen Rücken und verschafften Händen, liebe Annelie. Ihr Hausfrauendasein war ihr ganzer Lebensinhalt. Sie schafft es nun nicht mehr. Ihr Mann ist seit 3 1/2 Jahrzehnten nicht mehr berufstätig, aber für ihre Arbeit hat er sich nie interessiert... und sie hat auch nichts gefordert. Jetzt bekommt sie die traurige Quittung für ihren Eifer. Gut ernährt, aus dem eigenen Garten, haben sie sich bis heute, sie trank und rauchte nie und ihr "Sport" war die Arbeit... rein Menschlich gesehen finde ich es nicht nur traurig, sondern auch kaltherzig. Für eine Trennung war/ist Sie zu abhängig und vielleicht zu "altmodisch".

Liebe Grüße in Deinen Abend
Soléa

07. Jul 2017

LIebe Soléa, ich könnte eine so kalte Ehe seelisch gar nicht getragen, hätte schon längst das Weite gesucht. Kämpfen war noch nie mein Ding; aber auch ein Dahinvegetieren würde ich bei mir nicht zulassen. Möglicherweise ist das auch ein Kampf - gegen die eigenen Schwächen. Das gelingt mir ganz gut. - Die Frage ist, wie diese bedauernswerte Frau in diese Ehe geschlittert und woran diese Ehe letztlich gescheitert ist. Hausfrauenarbeit wird manchmal unterschätzt - sobald man Kinder zu versorgen hat - aber manchmal auch überschätzt; manche Damen nehmen saubere Wäsche aus ihren Schränken, wie ich einmal gehört habe, um sie noch einmal zu waschen, weil sie nichts mehr zu tun haben. Da fragt man sich doch: Geht 's noch Leute?

Liebe Grüße,
Annelie

08. Jul 2017

Ein Mittelmaß das wäre fein
da bräche sich keiner der Damen ein Bein...

Liebe Grüße
Soléa

08. Jul 2017

Sie schlitterte, wie ganz viel damals, mit ungewollter Schwangerschaft in die Ehe, liebe Annelie. Schnell kam das 2te Kind. Das Putzen machte ihr schon als junges Mädchen "Spaß", ich denke es ist bei ihr mehr eine Krankheit. Doch den Hauptgrund, soweit ich das beurteilen kann, ist, sie hat sich NIE weiterentwickelt, ist der einzige Mensch den ich kenne, ohne Hobby. Nichts, an rein gar nichts hat sie was. Nicht schreiben, lesen nur die Tageszeitung, kein Verein, Sport, Handarbeiten, NICHTS!! Und heute ist der Körper kaputt und der Geist hat keine Abwechslung. Ihr Mann hat seine kleinen "Steckenpferde" die ihn ausfüllen... und solange seine Frau noch ein Essen auf den Tisch bekommt und seine Wäsche wäscht, ist er zufrieden... und nach mir die Sintflut!

Liebe Grüße
Soléa

08. Jul 2017

Immerhin liest sie die Tageszeitung, liebe Soléa (hoffentlich nicht die BILD). Hausarbeit sehe ich als Sport: Man muss sich dabei bewegen - und das tut gut nach dem vielen Sitzen am Computer etc., die das Leben erheblich verkürzen soll, las ich erst kürzlich. Jemand hat ein Buch darüber geschrieben, es sei denn, man praktiziert jeden Tag mindestens eine Stunde Sport, Gymnastik etc.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende dir und deiner Familie,
Annelie

09. Jul 2017

Sie liest die "Républicain Lorrain" vermute ich mal, liebe Annelie! Also für mich ist Hausarbeit kein Sport, eher etwas, was man machen muss, mal mit mehr oder weniger Freude. Wegen der großen Hitze war ich schon heute Morgen um 7:00 eine Stunde Rad fahren mit Besuch beim Bäcker. Die ganze natürliche Akustik und optische Eindrücke kann mir mein Haushalt so nicht bieten. Das ist auch ein Grund, warum ich in kein Fitnessstudio gehe.Was der Körper beim Sport leistet, ist bei mir nicht identisch mit der (Haus)Arbeit. Aber natürlich ist Bewegung allgemein besser als rumhängen... :-)

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen sonnigen Sonntag und liebe Grüße
Soléa