Stimmenmeer

von Johanna Blau
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Hab so oft erlebt,
wie Menschen in mein Leben treten.
Die Stimme, mit der sie mit mir reden,
Vergesse ich nie,
Ich fange sie ein mit meinen Ohren.

Weiß lang schon nicht mehr den Sinn der Dialoge,
Schwimme jedoch in Gedanken in vertrautem Stimmenklang herum,
Schöpfe aus Gesagtem neuen Sinn, erhalte dadurch wagen Schwung.
Mit viel Vergnügen schaff ich Stimm-Kaleiloskope.

Vertreib mir die Zeit, und kombiniere Möglichkeiten .
Werde nie satt von den erdachten Wahrheiten.
Vergesse vor lauter Fantasie fast auch die Wirklichkeit.
Und Leute sagen, sie ist still so lange Zeit.

Dabei ist in meinem Kopf ein Stimmenmeer.
Gaukelt mir vor, das alles, was ich will, auch wahr wär‘.
Verspricht mir Gutes, veräußert meine Geselligkeit,
Verlangt so oft meine volle Aufmerksamkeit.

Doch dann ein Lächeln und ein tiefer Blick.
Mensch holt mich in den Raum zurück, in dem ich sitze.
Macht vielleicht über Träumerei so manche Witze.
Ich lache mit und steh mit beiden Füßen wieder in der Alltagspfütze.

JB-1-2019

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Kommentare

08. Jan 2019

Das Stimmen-Meer, es scheint bekannt:
Wer schreibt, für den ist's fast Fest-Land ...

LG Axel

09. Jan 2019

Du lachst mit und stehst mit beiden Füßen immer wieder in der Alltagspfütze, so geht es mir zum Glück auch, immer wieder auf den Boden zurück, nur, dass ich Menschen eher visuell wahrnehme und speichere, ich habe Bilder vor Augen, so sind wir alle unterschiedlich geartet, wie gut, liebe Mara, sei lieb gegrüßt –

Marie

09. Jan 2019

Tagträume entspannen ob in Ton oder Bild. :) Danke liebe Marie, liebe Grüße auch an dich, Johanna

09. Jan 2019

Ich finde dein Gedicht einfach klasse und die letzte Strophe ,kenne ich im echten Leben ganz gut

09. Jan 2019

Vielen Dank Martin, schön wenn es gefällt und anklingt. Liebe Grüße, Johanna

09. Jan 2019

...wieder mitten im lauten hier und jetzt.

Liebe Grüße
Soléa