Der Bussard und die Maus

von Soléa P.
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Völlig erstarrt, sitzt er da,
träumt oder fixiert etwas,
das kein Mensch erkennen kann,
abrupt schweigt jeder Vogelgesang –
der Mäusebussard, er ist enttarnt …

Es scheint, als könnte er kein Wässerchen trüben,
klammert sich fest am kargen Ast.
Wie desinteressiert tut er nach unten schielen,
in Erwartung, das gleich was passiert –
er beim Angriff sich nicht verkalkuliert.

Der Maus schaut er beim Stöbern zu,
wie sie eifrig Nahrung sucht –
lauert auf ihre Unachtsamkeit,
spreizt blitzschnell sein Gefieder,
stürzt sich auf das erschreckte Tier,
das reflexartig und perfekt reagiert –
es schlägt einen Haken und weicht aus,
stürzt wie von Sinnen in seinen Bau …
traut sich auch nicht mehr von dort heraus.

Der Angreifer aber fliegt frustriert zurück,
wieder auf den kargen Ast,
wird erneut kein Wässerchen trüben,
desinteressiert nach unten schielen,
in Erwartung auf die Maus –
die traut sich auch schon wieder raus …

Bild: © Soléa P.
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Kommentare

09. Mär 2019

Applaus ist immer gut:
da zirkuliert das steife Blut.

Liebe Grüße
Soléa

08. Mär 2019

Da ist mein Herz immer zwiegespalten:
Dem Bussard gönne ich die Maus und der Maus, ihr Leben. :)

Liebe Grüße
Ella

09. Mär 2019

Ich betrachte es eher natürlich, liebe Ella, was wohl daran liegt, das der Jäger hier, rein zum Überleben jagt und in der Regel zügig sein Opfer tötet. Bin aber auch heilfroh darüber, das die kleine Maus sich nicht über ihre Situation bewusst ist, es ist ein Vorteil fürs Tier, ohne Verstand zu sein …

Liebe Grüße
Soléa

08. Mär 2019

Die Natur ist so, " fressen und gefressen werden"; gut geschrieben, liebe Solea, und das Foto gefällt mir sehr, dieser " leuchtende" Greifvogel inmitten von Ästen. Lb. Grüße in Dein WE schickt Dir Ingeborg

09. Mär 2019

So sehe ich es auch, liebe Ingeborg, die Tierwelt scheint doch ausgeglichen und im Einklang miteinander zu Leben, auch wenn es rau und ungesittet als zugeht. Das Bild hätte ich gerne noch schärfer gehabt aber meine kl. Kamera gibt nicht mehr her und der Vogel hatte keine Lust mich näher rankommen zu lassen, natürlich :-)

Sei lieb gegrüßt
Soléa

08. Mär 2019

Liebe Soléa, bin sehr angetan von Deinem Prosagedicht, mir geht es wie Ella, und ich weiß ja, dass wir Menschen es ganz ähnlich handhaben, wir streicheln und hegen die lieben Kätzchen und Hunde, engagieren uns im Tierschutz und schlachten und "fressen" gleichzeitig nicht nur die niedlichen Ferkel ...

herzlich grüßt Dich - Marie

09. Mär 2019

Da hast du recht, liebe Marie, so sind wir Menschen, Zuckerbrot und Peitsche. Wir könnten, da ja Verstand im Spiel ist, vieles anders/besser machen. Eine ausgewogene Ernährung, auch mit Fleisch, nicht on Masse und von würdiger Zucht wäre akzeptabel. Aber solange MASSENzucht gefördert wird und Bio und Öko in zweiter Reihe stehen, wird es, denke ich, noch vielen Tieren an den Kragen gehen …

Herzliche Grüße
Soléa

08. Mär 2019

Hunger haben alle Tiere,
das ist leider so, aber leben wollen auch alle...
sogar wir :-))) (obwohl ich mir da nicht mehr sicher bin)

Liebe Grüße
Alf

09. Mär 2019

Das ist wahr und wird so auch bleiben … bei den Tieren. Bei uns Menschen, könnte/kann man tatsächlich ins Grübeln kommen, Alf.

Liebe Grüße
Soléa

09. Mär 2019

Es lebe der Bussard, es lebe die Maus ...
Das Beste wär, sie blieb heut mal zu Haus.

LG Annelie

12. Mär 2019

Der Bussard schnappt sich nur, was er braucht:
Für die meisten Mäuse, gehts Ende gut aus …

Liebe Grüße
Soléa