Die Jahre

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Seht, das fordernde Schwarz der Nacht,
wie schwer die Last,
die nicht getragen werden konnte, schwarz
zernagt im Lebenspech, der hilflos Betrübten,
verschattet Traum und Licht. Augen so
schwer an den Lidern hängend - die sich bestürzt
gegenseitig umklammern. Den Geburtsschmerz
der Reife, wehmütig über längst entsagten Blütenrausch.
Dürres, wehrloses Geäst, windrasselnd, das sich
im Schattenland mit Morgentau betränt.
Füße, Arme und Haare am vergreisten Gestirn,
raufend um letzte Sonnenblicke aus Fleischruine
und weltlicher Vernunft.

Eilt nicht, bleibt oder verschwindet!
Seins-Echo, wie mürrisches Hundebellen,
das Schallen menschlicher Flüche
über Wolkengestühl und Regenbogenstraße,
zerpflückt die ordnende Spur der einen Welt
- an Himmelslinien entlang taumelnd.

Morgens wenn es spricht,
im Betteltuch schlummernd - Vergangenes,
gallig und heimverstaubt wartet es nicht mehr
auf Signale. Genötigt reagiert reflexzungenhaft,
Herz im seichten Schlag.

Die Jahre sind dahin,
sie erstürmten die Lichtburg, die glorifizierende Zeit,
hoben eiserne Zugbrücken und schleusten Rätsel auf.
Sie wachten!

Bisse in dritte Haut und spuckende Bekenntnisse
aus feurigem Mund fordern jetzt Unauslöschliches.

Schwerer noch zu leben, das Licht, den Glanz, die Ferne.

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