Sonnentau

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Wie heißt die Pflanze ... Sonnentau –,
heimtückisch still steht sie im Moor ...
Und seine Augen, so blau, so blau –
so kalt war sein Blick, dass es sie fror.

Sonnenlicht glitzert hell in Tränentropfen,
mit denen die Pflanze sich bedeckt,
dazu da, ihre Opfer anzulocken –
wie kostbar hat sich der Tod versteckt ...

Schwer senken sich Wolken jetzt über das Land,
das so trügerisch sicher erscheinen will –
Wie sicher schien ihr doch seine Hand,
und wie trügerisch war auch dieses Gefühl.

Versunken steht sie noch auf einem Fleck,
die Gedanken sind längst schon alle gegangen.
Ihr Schritt achtet nicht mehr auf den Weg –
das Moor hält sie sanft und bestimmt umfangen.

© noè/2017

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Kommentare

10. Apr 2017

Das ist ein Text, der wirklich lebt -
Obwohl das Moor ihn stark umschwebt ...

LG Axel

10. Apr 2017

O schaurig ist 's, übers Moor zu gehen ... und die Ranke häkelt sich am Strauche ... von der Droste (Der Knabe im Moor); auch dein Gedicht, noé, ein schön gruseliges.

LG Annelie

10. Apr 2017

Danke euch beiden!

10. Apr 2017

"Wie kostbar hat sich der Tod versteckt"!
Dein Gedicht ist voller Hintergedanken, liebe noé.
Gefällt mir gut!

Liebe Grüße Lisi

10. Apr 2017

Hintergedanken? Oder Anspielungen?
Danke dir, Lisi!

10. Apr 2017

Beides.
Hintergedanken nicht als Verschlagenheit, sondern
als unausgesprochene Hinweise von mir gemeint....

Liebe Grüße Lisi

10. Apr 2017

Genau so war es/waren sie gedacht.
Wie schön, dass du sie erkannt hast!
Danke.

10. Apr 2017

Gefällt mir sehr gut,
eine ganz besondere schaurig-schöne Atmosphäre und ein sehr interessanter Vergleich!

Liebe Grüße,
Kilian