Kinderstreich - übern Graben weg

von Annelie Kelch
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Ach, den alten Weg am Rhinschlot entlang geh' ich nimmer:
Ich würde ja dort doch nur sehen,
was ich sehen will.
Und das, was ich wirklich dort seh',
die Verwandlung, macht alles noch schlimmer,
obgleich auch ich mich wie verwandelt fühl',
bleib' ich doch dasselbe Kind, das einst in den Rhinschlot fiel,
das die Fische liebte und unser fantasievolles Ballspiel
gegen die brüchige alte Hausmauer,
und ab und an mit euch auf der Lauer
hinterm dichten Gebüsch vorm Graben lag,
den unsichtbaren Faden fest in der Hand
und - ruckzuck - fortgezogen vom Trittoir
das leere alte Portemonnaie - nach dem
sie oder er sich gebückt und nicht halten konnten,
was sie glaubten gefunden zu haben.

Ich weiß noch wie damals:
Ein Weib hat laut geflucht, statt gelacht
wie die meisten anderen.
Das hat uns gar sehr erheitert
und kein bisschen Reue gemacht.

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