Klagelied

von Susanna Ka
Mitglied

In der Nacht
- gib acht –
hat der Wind gedreht,
hat meine Worte verweht,
hat mein Gedicht zerrissen,
Buchtstaben im Kissen.
Mitten in der Nacht
hat der Wind
mich ausgelacht.

In der Nacht
- gib acht -
ist der Wind gekommen,
hat meine Worte genommen,
hat sie in der Welt verstreut,
hat sich wie ein Kind gefreut.
Mitten in der Nacht
hat der Wind
mich ausgelacht.

In der Nacht
- gib acht -
hat der Wind gelogen,
hat mein Gedicht verbogen,
er gab ihm einen neuen Sinn,
behauptet dann, es sei von ihm.
Mitten in der Nacht
hat der Wind
mich ausgelacht.

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Kommentare

11. Sep 2018

Unberechenbar und bös kann sein der Wind ...
wenn von Susanna er ein gutes Poem find'.
Drum gib gut Acht in Zukunft, hab ein Aug auf Dein Gedicht,
versteckt, wohlweislich unterm Kissen, findet er es nicht.

Vielen Dank für dieses supergute Gedicht, liebe Susanna;
es hat mir sehr, sehr gut gefallen.

Liebe Grüße,
Annelie

11. Sep 2018

Ach, liebe Annelie, hab herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar. Im Moment fallen mir nur Kinderreime ein. Seelische Tiefen scheinen mir versperrt. Ich muss noch viel verarbeiten, die Chemo, das Kammerflimmern, den langen Krankenhausaufenthalt und die Angst. Ich lese Eure Gedichte, Deine, gern. Aber ich bin nicht in der Lage, vernünftige Kommentare dazu zu verfassen.

Alles Liebe, Susanna

11. Sep 2018

Erhole Dich gut, liebe Susanna. Alles braucht seine Zeit.
Ich wünsche Dir gute Besserung und alles Liebe, denke oft an Dich.
Dein Gedicht ist wirklich außergewöhnlich gut. Da gibt es nichts dran
zu rütteln.

Liebe Grüße,
Annelie

11. Sep 2018

Kinderreime sind nicht leicht -
Du hast dies sehr fein erreicht!
(Auch gute Besserung von mir!
Frau Krause bessert sich kaum hier ...)

LG Axel

11. Sep 2018

Keine Kinderreime, sondern schöne Verse, die mich einbinden in Dein Stelldichein mit dem Wind in der Nacht, der Dich umfliegt, Dein Gedicht verbiegt, vor allem soll er Dich gut schlafen lassen und Dich behüten und die Angst wegblasen; ich denk an Dich, liebe Susanna

sehr herzlich - Marie

11. Sep 2018

In der Nacht, der feige Wind –
Hör nicht zu und hör nicht hin.
Er meint es bestimmt nicht bös mit dir,
bleib nur ruhig und bleibe hier.
Morgen hat er sich gelegt,
dann wird's auch dir, wieder besser gehen …

Viele, nein ganz liebe Grüße zu dir
Soléa

11. Sep 2018

Ja, womöglich berührt es auch das Kind in uns ..

Dein Gedicht ist wunderschön !

Herzlichen Gruß und gute Genesung.
Eva