Du – mit dem vernichtenden Adlerblick ...

von Annelie Kelch
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Kaum schält sich die Morgenröte aus dem
Rußigen Mantel der Nacht, streust du auch
Schon das Salz deines Lebens in frische Wunden.

Neuer Tag – neue Verheißung: Sonne ist von
Bord gegangen … Ans Licht kommen deine Worte
(Schön ist die Welt, die zum Feind des Menschen
Erwacht), durchbrechen die Schallmauern der
Schmerzgrenzen dieser Welt.

Du witterst Blut – kein Lehrstück für Engel ...
Stürzt dich mit Adlerblicken auf deine Beute,
Schlägst vor Aufregung mit den Flügeln.

Dein Mund macht jede Hoffnung zunichte, ach,
Wie gern badest du im Meer der Leiden anderer
Und stampft mit dem Fuß auf jene wimmernde Erde,
Darin noch das Blut des letzten Krieges rauscht.

Dein Lachen klingt nach Terror. Sobald du Atem holst,
Hört man Granaten explodieren; in deiner Seele tobt
Ein großer, langer Krieg.

Das alles steht nicht in deiner Vita.
Du bist unfassbar – und niemand fahndet nach dir.
Aber eines Tages …

Aber eines Tages wird unsere Gleichgültigkeit dich
Schwerer noch verwunden als einen Soldaten im
Sechsmonatigen Kampf um Stalingrad, ehrbarer
Als du …

Digital; sofern ihr genau hinschaut, seht ihr auch ein Gesicht im Profil, rechts oben. Jede Ähnlichkeit ist zufällig ... Copyright: anne li
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Kommentare

12. Feb 2019

Der Text, er macht was - mit Geschick:
Da lohnt sich der Betrachter-Blick!

LG Axel

12. Feb 2019

Dein Kommentar - auch er war sehr geschickt;
mein Text hat lieb dazu genickt.

LG Annelie

12. Feb 2019

Wieder wunderbar gesetzte Worte, bezaubernd auch die digitale Illustration, liebe Annelie; ja, es stimmt, nie wissen wir, was der neue Tag uns bringt …

liebe Grüße zu Dir - Marie

12. Feb 2019

Liebe Marie, danke für Deinen sehr interessanten Kommentar. Nein, wir wissen nicht, was ein neuer Tag uns bringen wird. Es gibt den "gemeinen, kleinen Terror" auch im Berufsleben, und dieser Terror kostet der Wirtschaft täglich eine Menge Geld. Aber das ist nicht das Schlimmste. Fähige Mitarbeiter werden von un-, aber ganz enorm durchsetzungsfähigen Mitarbeitern aus ihren Positionen gedrängt, vorher gemobbt bis zur Schmerzgrenze. Wenn der Schaden, der Verlust, bemerkt wird, ist es oft zu spät. Meist ist Dummheit deshalb im Spiel, weil der Mobber seine Fähigkeiten falsch einschätzt; er ist ein Blender, der mit Worten und Krach viel bewirken kann. Im Lehrerberuf kommt das wohl seltener vor - aber doch auch, wie uns "Der Hals der Giraffe" ja auch andeutungsweise gezeigt hat, sofern ich mich recht erinnere; aber in der freien Wirtschaft geschehen solche Fehlbeurteilungen am laufenden Band. Danke für Dein Lob, über das ich mich sehr gefreut habe.

Liebe Grüße,
Annelie

12. Feb 2019

"Neuer Tag - neue Verheißung", aber hier bringt ein neuer Tag Zerstörung, Krieg, Leiden jeglicher Art, wie verschwunden die Hoffnung auf jene Verheißung des neuen Tages, die , viellt ist das zutiefst menschlich, auf neues Glück, Frieden, Zuversicht und Wohlergehen baut und hofft. Schön wäre es doch, ginge die Sonne wieder an Bord, aber selbst das wissen wir nicht mit Bestimmtheit. Das Bild erweitert die Aussagen deines Gedichtes. Sei herzlichst gegrüßt, liebe Annelie, von Ingeborg

12. Feb 2019

Liebe Ingeborg, hab herzlichen Dank für Deine - wie stets superbe - Interpretation. Ich möchte, ehrlich gesagt, gar nicht wissen, was an Leid alles geschieht an einem einzigen Tag. Allein das Wissen darum würde uns alle gewiss lähmen in unserer Aktivität und mancher Fröhlichkeit. Irgendwann wird die Sonne die Menschheit und die Erde vernichten. Ach, ich mag gar nicht daran denken. Man kann dann nur noch auf den nächsten Urknall hoffen. Aber bis dahin, liebe Ingeborg, hören wir gewiss noch voneinander.

Sei auch Du ganz herzlich von mir gegrüsst,
Annelie

13. Feb 2019

Deinen Text, Annelie, kann ich in verschiedene Richtungen interpretieren, er bietet Raum dafür …, was ich schön finde.

Liebe Grüße nach Lübeck
Soléa

13. Feb 2019

Danke für Dein Lob, liebe Solèa, über das ich mich nach einer schlaflosen Nacht - geschrieben, gelesen, gewacht und gedacht -
sehr gefreut habe.

Liebe Grüße nach Frankreich und Dir und den Deinen
einen schönen Tag,
Annelie

14. Feb 2019

Ich staune jedes mal aufs Neue
Ob Deiner wunderschönen Zeilen
Auf die, zu lesen, ich mich freue
Sie laden stets ein zum Verweilen :)
Drum lasse ich mir gerne Zeit
Und tauche ein in lyrisch Bilder
Die Deine Kunst magisch erzeugt;
Mal sind sie laut, mal sind sie milder :)

Herzliche Grüße,
Ella

14. Feb 2019

Hallo Annelie,
sehr eindringliche Bilder, die zeigen dass der Mensch noch viel schlimmer ist als jedes Tier, denn er empfindet auch noch Freude daran andere zu quälen. Leider haben die digitalen Medien die Situation noch befeuert, weil hier die Hemmschwelle jemanden zu diffamieren oder bloßzustellen noch geringer geworden ist.
LG
Manfred

20. Feb 2019

Lieber Manfred, danke für Deinen Kommentar. Er spricht mir aus der Seele. Bald kann ich wieder mehr für euch da sein; im Moment sind jedoch andere Dinge - leider - sehr viel wichtiger.

Ganz liebe Grüße zu Dir,
Annelie