Fremde Gezeiten

von Dominik Philippi
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Stürme in den Augen
fremde Gezeiten,
verliefen sich jene Wellen
in unerforschten Weiten?
Verirrten sie sich absichtlich
in dem Labyrinth,
in dem Wände Türen
und Türen Wände sind?
Ist aus der Wunde
im Laufe der Zeit
überhaupt jemals
eine Narbe gedeiht?
Oder hat das Salz in den Wunden
ihre Heilung vertagt,
hat selbst das mutige Blut
in den Adern verzagt?
Orkane in den Augen,
wildfremde Gezeiten
verliefen sich jene Herzen
in todbringenden Weiten?
Sind jene Ausgänge
doch nur falsche Türen,
die schließlich nur
zu neuen Anfängen führen?
Sind all jene Wunden
nur von Narben übersät,
weil in den Tiefen der Nacht
ein eisiger Wind weht?
Ist dieses einsame Herz
der Einsamkeit leid,
nagt an ihm schon jetzt
der Zahn der Zeit?
Apokalypsen in den Augen,
verheerende Gezeiten,
verliefen sich jene Seelen
in den versengten Weiten?

Erloschene Kerzen,
verbrannte Herzen.
Beruhigendes Meer,
stürmisches Heer.

Erloschene Augen
verwesende Gezeiten,
erhängte sich die Hoffnung
unerkannt zwischen den Seiten?

Veröffentlicht / Quelle: 
Erschienen in "Melodien: Von Talfahrt und Gipfelsturm"

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112 Seiten / Taschenbuch
EUR 19,80
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