Kurzverhör ...

von Annelie Kelch
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G eben S' endlich zu, dass SIE die Wand von dem Zinshaus* verschandelt haben!?

R eden S' endlich, I hoab net alle Tag Zeit, Bazi, bleder.

A n Gständnis können S' hoabn – i soag Ihnen alles, Herr Kommissär, wanns denn sei muass:

F ix und fertig hoat 's mi gmacht, immer auf diese saublede Mauer schaun zu müssn ...

F rühmorgens scho auf diese triste Mauer bis in die tiefe Noacht 'nei.

I schloaf oam offnen Fenster, Herr Kommissär: Moagens scho seh i diese Mauer. – I woa eingspritzt* beim Moin*.

T opfen*, Schmarrn – Fetzenschädel*, damischer, des is stroafboa. – Drah di, Deppata!

I putz des wida weg. Küß die Hand, Herr Kommissär. Seavas!

Wien, Juni 2018

*Zinshaus = Mietshaus
*Eingspritzt = betrunken
*Moin = Malen
*Topfen = Quark

eigenes Bild; Collage aus Zeichnung und Clipart; copyright: Annelie Kelch
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Kommentare

12. Jun 2018

Die Maus (fast oben) flieht schon in die andere Richtung ...
denn Krauses Wort hat wohl Gewichtung.

LG Annelie

12. Jun 2018

Sehr witzig, gekonnt. die Sprache, die Form, toll auch das Foto, liebe Anne Li ...

liebe Grüße - Marie

12. Jun 2018

Danke für Dein Lob, liebe Marie. Es hat mir auch viel Spaß gebracht - obwohl: gar nicht so einfach, dieser berühmte Wiener Schmäh, eng verwandt mit Jiddisch.

Liebe Grüße,
Annelie

12. Jun 2018

Danke, liebe Sabrina, für Dein Lob.

Auch zu Dir, nach Berlin, ganz liebe Abendgrüße,
Annelie