herbst

von Walter W Hölbling
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verwaschen taumeln bunte blätter
im trunken schrägen sonnenlicht
das alle tage
schwächer durch die nebel bricht
die letzten früchte
fliegen von den zweigen
und fügen sich dem alten reigen
zum sterben der natur

die menschen
wenn sie können
tragen dicke kleider
wählen den schritt mit vorsicht
auf nassem laub und boden
und blicken
überrascht vom frühen dunkel
ungläubig auf die uhr

ein hauch von schnee
liegt in der luft
und läßt den winter ahnen
man denkt an feste
und das neue jahr
in jungfräulichem weiß

verborgen bleiben vielen
die harten jungen knospen
auf den ästen
an denen wir erahnen
dass die pflanzen
trotz uns’rer warmen westen
schon für den frühling planen

* * *

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Kommentare

14. Jan 2017

Der Natur schön auf der Spur!
(Dabei hilft nur Poetik pur ...)

LG Axel

13. Sep 2015

Stimmungsvolle Gedanken zum Herbst und drüber hinaus; habe ich sehr gern gelesen.

Liebe Grüße aus dem herbstlichen Norden

Mara

13. Sep 2015

Danke!

Liebe Grüße aus dem (früh)herbstlichen Süden! :-))
Walter

14. Jan 2017

Das Gedicht, wie schön es beschreibt.
Es ist ein Kreislauf.
Die Natur lässt sich nicht beirren.
Wie gut, dass es so ist. Dass es Wunder gibt, die wir bestaunen können.

Liebe Grüße Lisi

09. Jan 2018

Ooops - sehe eben, daß ich auf Deinen freundlichen Kommentar nicht geantwortet habe; ich beknirsche mich! Hatte ziemlich hektische Zeiten, jetzt etwas Muße und mehr Ruhe, und überprüfe gerade alle meine Gedichte auf unbeantwortete Kommentare.
Liebe Grüße, Walter