Montag (ein literarisches Experiment)

von Kathleen Posvic
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Es war, als hätt der Hinweis
Die Erste still geküßt
Daß sie im Blog
Von ihm nun träumen müßt'.

Die Lust ging durch die Fehlenden
Die Änderung wogte sacht
Es rauschten leis die Wände
So sternklar war die Nachricht.

Und meine Seite spannte
Weit ihre Flexibilität aus
Flog durch die stillen Langen
Als flöge sie nach Hamburg.

Diese Variante von Eichendorffs "Mondnacht" ist ein literarisches Experiment mit der Autovervollständigungsfunktion des Smartphones. Ich habe die ersten beiden Buchstaben der Substantive getippt und autovervollständigen lassen.
Je nach Benutzer_in entstehen individuelle Gedichte auf Grundlage der Wörter, die man häufig verwendet.

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Kommentare

13. Jul 2018

Keine schlechte Idee, Kathleen; sofern man die Gedichte danach ein klein wenig bearbeiten darf. Gibt es nicht aber bereits komplette Reimmaschinen mit möglicherweise größerer Auswahl an Wörtern? - Oder liege ich damit total daneben? - Meiner Meinung könnte man mit dem Inhalt, der jetzt so entstanden ist, ein sehr gutes, neues Gedicht entwerfen; viele werden aber wohl auch das Gedicht so lieben, wie Du es hier eingestellt hast.

LG Annelie

13. Jul 2018

Liebe Annelie, danke für Deinen Kommentar. Ich weiß es nicht, ich wollte es nicht durch vorhandene Datenbanken jagen. Es ist eher ein Vermittlungsansatz, der dahinter steht: Wie kann man Lyrik kreativ zugänglich machen, vielleicht unter Nutzung moderner Medien. War wie gesagt ein Experiment. Hab auch ein wenig an Oulipo gedacht - da müsste ich dann ein Wörterbuch bemühen. Das hier hat den individuellen Charme, weil es meine Autovervollständigung ist.

Liebe Grüße