so ist es eben

von marie mehrfeld
Mitglied

die Trauer nagt
an meiner Stirn,
die Furcht, sie frisst
sich in mein Hirn,

ich weiß es nicht -
was kommt danach,
ob es dort Nacht
sein wird, ob Tag,

sind wir im Schatten-
reich allein,
wird Zärtlichkeit
noch fühlbar sein,

treffe ich euch, ihr
Freunde, wieder,
summen wir froh
die alten Lieder,

die von der Liebe,
die von der Treue,
halten wir Hände
dann aufs Neue,

lass uns doch einfach
davon träumen -
dass wir vereint
in hohen Räumen,

lass Illusion uns
ruhig belügen -
in was da kommt,
muss man sich fügen,

wohl dem, der glaubt
an ew’ges Leben,
ich kann es nicht,
so ist es eben,

ich such im Dasein
hier mein Glück -
bis hin zum
letzten Augenblick …

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Kommentare

14. Sep 2019

So ist es eben, man weiß es nicht:
Stark spricht hier Leben - per Gedicht!

LG Axel

14. Sep 2019

Im Grunde wollen wir’s nicht wissen
und keinen Tag im Hier vermissen …

LG mit Dank an Axel zurück
Marie

14. Sep 2019

Nachvollziehbare Gedanken, werden sich kaum schlüssig beantworten lassen. Beim Lesen musste ich an Epikur denken: "Denn solange wir noch da sind, ist der Tod nicht da; stellt sich aber der Tod ein, so sind wir nicht mehr da".
Ein Gedicht mit besonderer Tonalität und tiefgründigen Aussagen, die beruhigen, weil so "menschlich " berührend, meint mit lb.Gruß zu Dir, Ingeborg

15. Sep 2019

Solche Fragen begleiten unser Leben als denkende, fühlende Wesen – und Du hast Recht, schlüssige Antworten lassen auf sich warten. Herzliche Grüße mit Dank zu Dir, liebe Ingeborg –

Marie

15. Sep 2019

Mir ist wichtig hier und jetzt zu (über)leben:
Ein Ewiges, muss es für mich nun wirklich nicht geben …

Liebe Sonntagsgrüße zu dir, liebe Marie
Soléa

15. Sep 2019

Liebe Soléa, danke und herzliche Grüße zurück zu Dir - in einen herrlichen Herbstsonntag. Genau das versuche ich, zu sagen - das Glück im Augenblick finden.

Marie

15. Sep 2019

Ich denke, wenn wir vieles im Leben umsetzen konnten, dass wir Dinge realisierten, die nicht nur Fantasieprojekte geblieben sind,
dann sollte uns der Abschied nicht so kümmern. Wir sind alle "Opfer" unserer Religionen. Der Mensch hat hier massiv ins Denken eingewirkt und manipuliert, politisiert und profitiert. Er hat den Teufel zum Leben erweckt.

Liebe Grüße

Jürgen

15. Sep 2019

Ja, ER hat viele Teufel zum Leben erweckt – und ER ist offensichtlich nicht in der Lage, dem guten Anteil in sich zum Sieg zu verhelfen – und die Einzigartigkeit dieses Planeten zu beschützen und zu bewahren …

Liebe Grüße zurück zu Dir – Marie

15. Sep 2019

Gut gewählte Worte, die ich nachvollziehen kann, Marie.

Auszug aus einem Gedankengang von 2018:
Es wird sie niemals geben
die große Revolution.
Der Traum vom ewigen Leben
wird Wirklichkeit wohl kaum,
der Traum von ewiger Jugend
zerstört sich selbst, wie Schaum.
...
Der Tod erst macht sie möglich,
des Lebens Evolution.
Der Tod gehört zum Leben,
das Leben braucht den Tod.

Viele Grüße
Willi

15. Sep 2019

Danke für den erhellenden Auszug aus Deinem Gedankengang von 2018, lieber Willi. Ja, der Tod gehört zum Leben und das Leben braucht den Tod, das fühlen wir besonders im Herbst – immer mit etwas Wehmut, denn wir hängen am Leben und den Glücksmomenten, die es uns schenkt ...

viele Grüße zurück - Marie

15. Sep 2019

Keiner weiß, was nachher WIRKLICH wird. Die Geburt - ein Wunder. Das Leben - weniger.
Nur eines ist und bleibt sicher:
Der Mensch kann das NICHT(S) nicht denken.
Platon war es egal. Er lässt Sokrates sagen: Gibt es etwas, ist es schön. Kommt nachher nichts - dann habe ich meine Ruh'
HG Olaf

15. Sep 2019

Stimmt, das NICHTS ist undenkbar, lieber Olaf. Sokrates soll auch gesagt haben - niemand kennt den Tod, und niemand weiß, ob er für den Menschen nicht das allergrößte Glück ist ...

HG Grüße zurück - Marie

20. Sep 2019

Trauernd träumen träumend trauern
nur eines nicht: niemals bedauern!

LG Yvonne