Es war ein Traum

von Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem
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Mir träumte einst von Neujahrsglockenklang,
Er stieg wie Jubelklang empor zur Höh', -
Der Fluss lag still in flimmernd Eis gebannt,
Und Wald und Flur bedeckte tiefer Schnee!
Und aus des Winters Flockenbett hervor,
Im kalten, öden, trüben Erdenraum,
Da blühten Rosen frühlingsgleich empor -
Es war ein Traum!

Dann träumte mir, dass er gezogen kam,
Er, meinem Dasein hell, kometengleich,
Wie wenn ein Meteor aufflammend strahlt,
Ich jubelte, an Glück und Lieb so reich.
Er brach die Rosen, winterlich betaut,
Zu meinem Schmuck vom weißen Waldessaum,
Er küsste mich, und nannt' mich seine Braut -
Es war ein Traum!

Ein schriller Ton voll Leid, voll Weh und Schmerz
War das Erwachen! - Daß so früh es kam!
O, dass die Rosen frosterstarrt im Schnee
Hinwelkten, das Geschick mir Alles nahm!
Daß alles Glück hinsterben muss so schnell,
Daß alles Glück nur Trug im Weltenraum -
Ström' hin, mein Herz, in deiner Lieder Quell,
Es war ein Traum! - -

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