Bruder

von Mara Krovecs
Mitglied

ich laufe ruhelos durch meine räume,
die kerzen brennen, musik im hintergrund.
durchs fenster scheint ein mond und milde träume,
verblassen wieder, der schmerz reißt stunden wund,

in denen ich dich atmen sah und deine stimme spürte,
die tonlos sich in meine ohren setzte,
in denen hoffnungslosigkeit mich führte,
dein sterben voller liebe, dein tod der seelentief verletzte.

ich suche worte und finde nicht.
wollten dich halten, du wolltest gehen,
ich wünsche dir unendlich licht,
ein sich verwandelt weiterdrehen.

C. Mara Krovecs / Zaubersee / zwischenwelt / 2019

Interne Verweise

Kommentare

16. Jan 2019

Sehr, sehr traurig, Mara, aber auch schön ... nachdenkenswert und melancholisch.

LG Annelie

16. Jan 2019

Liebe Mara,
zuerst mein aufrichtiges Beileid zu Deinem schmerzvollen Verlust.
Deine Worte gehen mir sehr nahe. Mein kleiner Bruder ging 2005 von uns. Obwohl so viele Jahre vergangen sind, denke ich oft an ihn - und der erste, hilflose Schmerz ist einem innigen, liebevollen Erinnern gewichen. Ich treffe ihn manchmal in meinen Träumen, und die sind schön.
Liebe Mara, ich wünsche Dir viel Kraft. Trauerarbeit ist Arbeit, da braucht man sie wirklich.
Als kleiner Trost (ich weiß, klingt lächerlich): Die Zeit ist unsere einzige Verbündete - und die Liebe hört niemals auf.
Mit stillem, liebem Gruß
Corinna

17. Jan 2019

Liebe Annelie,

vielen Dank für Deinen Kommentar; bei Dir habe ich oft das Gefühl, dass Du zwischen den Zeilen Lesen kannst, auch wenn in meinem Gedicht die Botschaft recht deutlich ausgedrückt ist, lassen Deine Formulierungen vermuten, dass Du die Dinge die dahinterstehen mit einbeziehst. Das ist immer ein kleines Geschenk ... danke.

Liebe GRüße aus den Seen
Mara

Liebe Corinna,

von Deinem Kommentar zu meinem Gedicht bin ich sehr berührt; Oft weiß man ja eigentlich nicht, ob das Lyri mit dem Autoren zeitaktuell konform geht. Du bist einfach davon ausgegangen, vielleicht hattest Du es im Gefühl, oder ( Ratzeburg ist ja ein Dörflein) mitbekommen. In jedem Fall stimmt es. Ich bin so dankbar, dass ich das Schreiben als Ventil habe und durch die Veröffentlichung die Möglichkeit mich zu vertiefen. Als Älteste von sechs ist es auch mein jüngerer Bruder und mit der Wucht mit der es mich getroffen hat, habe ich nicht gerechnet. Nichts von dem, was Du geschrieben hast klingt lächerlich :) und hier sind wir Menschen uns alle ähnlich: Wir können lieben und wir werden leiden wenn wir so erschüttert werden. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie lehrt uns mit Verlusten zu leben. Vielen Dank, dass Du Deine persönliche Erfahrung hier geteilt hast und vielen Dank für Deine so einfühlsamen Worte, sie haben mir gut getan.

Liebe Grüße in unsere schöne Stadt

Mara

17. Jan 2019

Liebe Mara,
mit Deiner letzten Annahme hattest du recht - ich las die Traueranzeige in der "Markt"-Zeitung.
Herzliche Grüße
Corinna